Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blick in den Mikro- und Nanokosmos von Krankheitserregern

28.10.2008
Die Infektionsforschung im Raum Hamburg wird weiter ausgebaut. Das Heinrich-Pette-Institut (HPI) erhält ein hochmodernes tomographisches Kryo-Elektronenmikroskop (TEM), mit dem Krankheitserreger in intakten Zellen und Geweben lebensnah und räumlich dargestellt werden können. Das 740.000 Euro teure Großgerät soll 2009 in Betrieb gehen.

Heinrich Hohenberg, wissenschaftlicher Direktor des HPI, warb das Gerät im Rahmen des "Paktes für Forschung und Innovation" erfolgreich ein: "Im Hamburger Raum befinden sich drei Leibniz-Institute, die exzellente medizinische Grundlagenforschung betreiben. Mit dem neuen Großgerät wollen wir unsere gemeinsame Technologieplattform sinnvoll erweitern."

Neben dem Heinrich-Pette-Institut, dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) und dem Forschungszentrum Borstel, die sich zum Leibniz-Zentrum für Infektionsforschung (LCI) zusammengeschlossen haben, wird auch die Universität Hamburg das TEM nutzen.

"Wir haben am HPI bereits viele Methoden zur lebensnahen Abbildung von Makromolekülen, Viren, Parasiten, Zellen und infizierten Geweben entwickelt. Das neue TEM bietet uns die ideale Ergänzung hierzu.", so Heinrich Hohenberg. Schon heute entnehmen Forscher am HPI Gewebeproben mit feinsten Nadeln, und sie erzeugen im Labor dreidimensionale Gewebe in besonderen Mikrokammern, mit denen sich zum Beispiel Infektionen und Schritte der Krebsentstehung untersuchen lassen.

Das TEM kann zukünftig mehr. Es zeigt auch in dicken Schnitten mit komplexer Gewebearchitektur, wie eine Infektion abläuft. Hier einige Beispiele für geplante Projekte: Hüseyin Sirma will am HPI räumlich rekonstruieren, wie Hepatitis B Viren in Leberzellen zusammengebaut und ausgeschleust werden. Joachim Hauber erwartet von seinen Studien am TEM wichtige Informationen für die Weiterentwicklung einer neuartigen HIV-Therapie. Und Volker Heussler aus dem BNI wird Malaria-Erreger in Leberorganoiden darstellen.

Wie verhalten sich gestreute Tumorzellen in ihrer umgebenden Gewebematrix? Was passiert in so genannten Nischen, wo sich Tumorstammzellen ansiedeln? Wie entstehen kleinste Metastasen? Auch die Tumorforschung am Heinrich-Pette-Institut erhält durch das TEM wichtige Daten in 3D.

Der "Pakt für Forschung und Innovation", aus dessen Fördergeldern das TEM finanziert wird, ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Bund, Länder und die Leibniz-Gemeinschaft einigten sich darauf, die Paktmittel im Wettbewerb so zu verteilen, dass die strengen Kriterien der wissenschaftlichen Exzellenz garantiert sind.

Besonders wichtig ist der strategische Nutzen eines Projektes. Das neue TEM stärkt den Leibniz-Standort für Infektionsforschung in Norddeutschland. Hier bündeln drei weltweit anerkannte Institute ihre Expertise im Bereich der viralen, bakteriellen und parasitären Infektionserkrankungen.

Dr. Angela Homfeld | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Reize auf dem Weg ins Bewusstsein versickern
22.09.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lebendiges Gewebe aus dem Drucker
22.09.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie