Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bioreaktor Tabak - Nutzen als Mini-Chemielabore

20.08.2008
Gesundheit aus Tabakpflanzen - ein Widerspruch?

In Zeiten von Nichtraucherschutzgesetzen und Rauchverboten in Gaststätten bringt man Tabak wohl kaum mit gesundheitsfördernden Aspekten in Verbindung.

Und doch: Selbst wenn wir meinen, die wahre Nutzungsmöglichkeit einer Pflanzenart lange entdeckt zu haben, kann in ihr noch ein gänzlich anderes Potenzial verborgen sein.

Wie beispielsweise die Möglichkeit, durch biotechnologische Methoden medizinisch wirksame Substanzen herzustellen. In einer Pilotanlage in Halle wird derzeit an der Entwicklung eines in Tabakpflanzen hergestellten Proteins gearbeitet.

Dieses Protein soll der Herstellung eines patienten-spezifischen Antikörper-Impfstoffes zur Behandlung einer bösartigen Krebserkrankung der Lymphdrüse dienen. Tabakpflanzen können nach Angaben des entwickelnden Unternehmens große Mengen an komplexen Wirkstoffen für Medikamente produzieren. Dies gehe zudem besonders schnell, einfach und preisgünstig.

Das neue Verfahren soll ermöglichen, für jeden Patienten ein individuelles Medikament herzustellen. 15 Prozent aller Arzneimittel beruhen bereits heute auf biotechnologischen Prozessen. Viele Wirkstoffe werden in so genannten "Bioreaktoren" hergestellt.

Als Bioreaktoren können Bakterien, Hefepilze, Insektenzellen oder sogar Hamsterzellen dienen. Gerade für die Idee der personalisierten Medikamente, also auf den einzelnen Patienten individuell abgestimmten Wirkstoffe, versprechen sich die Forscher viel von der Möglichkeit der Nutzung von Pflanzenzellen als Reaktoren.

Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die biologische Vielfalt ein überaus wichtiges Gut ist - nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten, sondern auch, weil es noch viele verborgene Talente zu entdecken gilt. Schaden und Nutzen liegen dabei - wie beim Tabak - oft eng nebeneinander.

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Das Rezept für ein motorisches Neuron
09.12.2016 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht "Wächter des Genoms": Forscher aus Halle liefern neue Einblicke in die Struktur des Proteins p53
09.12.2016 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops