Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomoleküle in der Hochleistungs-Mikrowelle

27.10.2011
DFG fördert innovatives Verfahren zur Strukturaufklärung mit 1,2 Millionen Euro

Das Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ) der Goethe-Universität erhält ein neues Großgerät für die innovative DNP-NMR-Technik im Wert von 1,2 Millionen Euro. Bereitgestellt wird die Summe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen einer aktuellen Großgeräteinitiative.

Die DNP-NMR („Dynamic Nuclear Polarization – Nuclear Magnetic Resonance“) ist eine Kombination zweier etablierter spektroskopischer Verfahren, die zunehmend in den Lebenswissenschaften genutzt werden, um die Struktur und Funktion von Biomolekülen aufzuklären: der magnetischen Kernspinresonanz- und der Elektronenspin-Resonanz-Spektroskopie (NMR und ESR). Das Verfahren verbindet den hohen Informationsgehalt der NMR-Spektroskopie mit der größeren Empfindlichkeit der ESR-Spektroskopie. „Unsere Messungen werden dadurch um das 20- bis 100fache empfindlicher“, so Prof. Clemens Glaubitz, Geschäftsführender Direktor des BMRZ.

Um diese neue Technik mit den bereits vorhandenen Festkörper-NMR-Geräten in Frankfurt realisieren zu können, schafft das BMRZ ein Gyrotron an. Das ist der zurzeit leistungsfähigste Mikrowellen-Oszillator, etwa zwei Meter hoch und 1,5 Meter im Durchmesser. Die Proben werden dank dieses Zusatzgeräts während der NMR-Messung in starken Magnetfeldern zusätzlich einer intensiven Mikrowellenstrahlung ausgesetzt. Dabei wird die hohe Magnetisierung der Elektronen auf die Kerne übertragen. Die daraus resultierende höhere Empfindlichkeit hat nicht nur den Vorteil, mehr Details der Struktur von Molekülen in Festkörpern sichtbar zu machen, sondern auch Messungen an kleineren Probenmengen zu ermöglichen. Das ist besonders wichtig für Strukturuntersuchungen makromolekularer Komplexe oder Struktur-Funktions-Studien an Membranproteinkomplexen. Hier liegt der Forschungsschwerpunkt des Frankfurter Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“.

Von den knapp fünf Millionen Euro, die insgesamt vergeben werden, profitieren auch die Universitäten Darmstadt und Düsseldorf. Der Hauptausschuss der DFG wählte die Anträge dieser Universitäten nach einer internationalen Begutachtung aus sieben Förderanträgen aus. Die neuen Geräte sollen dazu beitragen, die Potenziale der DNP-NMR-Technologie auszuloten und zu bewerten. An allen geförderten Standorten steht auch Messzeit für externe Nutzer unter Beteiligung an den Nutzungskosten zur Verfügung.

Informationen: Prof. Clemens Glaubitz, Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz (BMRZ), Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29927, glaubitz@em.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion:
Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
Telefon (069) 798 – 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics