Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomarker zeigt Nierenschaden an

28.10.2014

MHH-Wissenschaftler: Mit Hilfe einer Nukleinsäure kann bei Intensivpatienten mit akutem Nierenversagen die Überlebenswahrscheinlichkeit besser prognostiziert werden

Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten auf Intensivstationen versagt die Nierenfunktion. Und nur weniger als die Hälfte dieser vom akuten Nierenversagen Betroffenen überleben es – trotz der Ersatztherapie Dialyse.


PD Dr. Johan Lorenzen und Professor Dr. Dr. Thomas Thum (von links) vor dem Schrank, in dem die untersuchten Blutproben lagern. Foto: MHH/Kaiser

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun einen neuen Biomarker gefunden, der bereits bei Eintritt des akuten Nierenversagens eine verbesserte Auskunft darüber geben kann, ob der Patient dieses überlebt oder nicht.

Es handelt sich um eine ‚long non-coding RNA‘ – eine Ribonukleinsäure, die im Blut vorkommt. Die Wissenschaftler haben sie TapSAKI (Transcript predicting Survival in acute kidney injury) genannt. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift Clinical Chemistry.

„Bei Patienten, deren Blut hohe Konzentrationen TapSAKI enthält, war die Niere stärker geschädigt. Nur sehr wenige von ihnen lebten trotz Dialyse noch weitere vier Wochen. Die Konzentration von TapSAKI vor Beginn der Nierenersatztherapie kann so Auskunft darüber geben, wie wahrscheinlich das Überleben des Patienten ist“, sagt Privatdozent Dr. Johan Lorenzen.

Der Erstautor des Artikels hat für diese Arbeit Blutproben von rund 120 Patienten untersucht. „In drei bis fünf Jahren könnte dieser Biomarker in der Klinik einsetzbar sein. Eventuell hat er eine wichtige Funktion in der Niere. So besteht die Möglichkeit, dass sein Ausschalten oder Anhäufen der Therapie dient. Das müssen weitere Studien zeigen“, prognostiziert Professor Thum.

PD Dr. Johan Lorenzen forscht im von Professor Dr. Dr. Thomas Thum geleiteten MHH-Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien. Es ist an der MHH unter anderem in den Exzellenzcluster REBIRTH und das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) eingebunden. Das Team um PD Dr. Lorenzen führte die Arbeit gemeinsam mit Forschern der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen sowie mit einem internationalen Wissenschaftlerteam durch.

Weitere Informationen erhalten Sie von Privatdozent Dr. Johan Lorenzen, Telefon (0511) 532-5276, lorenzen.johan@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise