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Ein biologischer Barcode: Wie unsichtbare Pilze ein Gesicht bekommen

29.03.2012
Anders als Fliegenpilz und Co., haben die arbuskulären Mykorrhiza mit auffälligen Fruchtkörpern nicht viel am Hut. Ein „DNA-Barcode“ lässt diese kaum zu unterscheidenden, aber wirtschaftlich wichtigen Pilze nun eindeutig Farbe bekennen.

Viele Getreidepflanzen, Sträucher und auch Bäume haben eines gemein: Sie sind auf die Symbiose mit arbuskulären Mykorrhizapilzen angewiesen. Ein internationales Forscherteam hat nun ein molekulares Nachweissystem - einen „DNA-Barcode“ als genetische Erkennungssequenz - definiert, um ansonsten oft kaum unterscheidbare Pilzarten eindeutig identifizieren zu können.

„Dies erlaubt eine genaue Analyse der Pilze, auch für mögliche Anwendungen“, sagt LMU-Biologe und Projektpartner Professor Arthur Schüßler.

Die Gruppe an der LMU bearbeitet die arbuskulären Mykorrhizapilze, auch Glomeromycota genannt. Diese leben an und in den Wurzeln von Landpflanzen, denen sie Nährstoffe zuführen, um dafür energiereiche Kohlenhydrate zu erhalten.

„Für die hoch diverse Gruppe der Pilze haben bislang DNA-Barcodes gefehlt, die bei Pflanzen und Tieren bereits definiert waren“, sagt Schüßler. „Nun aber können auch die vielen ‚unsichtbaren‘ Pilzarten direkt im Boden oder in Pflanzenwurzeln nachgewiesen und auch Gemeinschaften aus Symbionten untersucht werden – auch um etwa den Ertrag wichtiger Nutzpflanzen zu steigern.“(suwe)

Publikation:
Nuclear ribosomal internal transcribed spacer (ITS) region as a universal DNA barcode marker for Fungi
Conrad L. Schoch et.al.
PNAS, 27. März 2012
Doi 10.1073/pnas.1117018109

Ansprechpartner:
Professor Arthur Schüßler
Tel.: 089 / 2180 – 74730
Fax: 089 / 2180 –74702
Biozentrum der LMU
E-Mail: arthur.schuessler@lmu.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.lmu.de

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