Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologische Vielfalt – „Wir sägen am Ast auf dem wir sitzen“

12.10.2010
Bei der UN-Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversität (COP10) geht es um nicht weniger, als die Weichen für unser aller Zukunft zu stellen. „Denn ohne die biologische Vielfalt ist kein Leben auf unserem Planeten möglich, sie ist unserer aller Lebensgrundlage.“ sagt der Tropenökologe Prof. em. Eduard Linsenmair im NeFo-Interview.

Das hyperexponentielle Wachstum der Wirtschaft und das weitere Bevölkerungswachstum müssten massiv gebremst werden. Möglich wird dies nur durch effektive Armutsbekämpfung und Ausgleichung der sozialen Schieflage zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

Brasilien fordert vor Nagoya die Verhundertfachung der Mittel für die Umsetzung der Ziele der CBD.

In Afrika sind noch heute Jagd und Fischfang entscheidend für die Ernährung der Bevölkerung, weiß Prof. Eduard Linsenmair von der Universität Würzburg, der als Tropenökologe v.a. in Westafrika arbeitet. Während in den Industriestaaten die Ernährung auf den ersten Blick von der Natur weitgehend abgekoppelt scheint, spielen in Afrika intakte Ökosysteme noch eine sehr unmittelbare Rolle für die Beschaffung der Lebensgrundlage der Menschen.

Doch das enorme Bevölkerungswachstum und die Zerstörung bzw. Übernutzung dieser natürlichen Ressourcen machen das Überleben heutiger und vor allem folgender Generationen immer schwieriger.

Biodiversitätsforscherinnen und -forscher wie Linsenmair fordern deshalb dringend von den Entscheidungsträgern in Nagoya, die Fakten und Lösungsansätze aus der Biodiversitätsforschung ernst zu nehmen und Konzepte für eine Weltwirtschaft zu entwerfen, die auf Ressourcen-Schonung und Nachhaltigkeit hin ausgelegt ist. Anschauliche Beispiele dafür liefern u.a. marktwirtschaftliche Anreizsysteme für Landwirte im Rahmen des vom BMBF geförderten BIOPLEX-Programmes und die TEEB-Studie für lokale Entscheidungsträger.

Da die UN-Vertragsstaatenkonferenz nach dem Konsensprinzip entscheidet, müssen alle Staaten an einem Strang ziehen, um wirklich etwas zu bewegen. Dabei geht es in den Verhandlungen vor allem um Geld, denn die höchste Biodiversität befindet sich in den Entwicklungsländern, die für die Erforschung und Inventarisierung der Naturschätze sowie deren Schutz und nachhaltige Nutzung alleine nicht aufkommen können. Brasilien hat hier bereits die Ernsthaftigkeit der Industrieländer, den fortschreitenden Verlust aufhalten zu wollen, getestet. Es will die 2020-Ziele nur dann akzeptieren, wenn die Mittel z.B. für Maßnahmen und Fachkräfteausbildung, verhundertfacht würden. Denn nur dann seien die notwendigen Maßnahmen weltweit finanzierbar.

Das NeFo-Experteninterview mit Prof. Eduard Linsenmair finden Sie unter:
http://www.biodiversity.de/index.php?option=com_content&view=article&id=445&Itemid=355&lang=de
Weitere „Stimmen aus der Forschung“ zum Thema Biodiversität finden Sie als Kurzvideos unter

http://www.biodiversity.de/index.php?option=com_content&view=article&id=938&Itemid=556&lang=de

Kontakt:
Sebastian Tilch
Öffentlichkeitsarbeit Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Leipzig
Department Naturschutzforschung
Tel. 0341/235-1062
Email: sebastian.tilch@ufz.de
Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland ist ein Projekt im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V., gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt wird maßgeblich durchgeführt durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig, das Museum für Naturkunde Berlin und die Universität Potsdam sowie die Mitglieder des DIVERSITAS-Deutschland Beirates.

Sebastian Tilch | idw
Weitere Informationen:
http://www.biodiversity.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien
19.09.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden
19.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie