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Biologen der Uni Osnabrück und aus Rehovot (Israel) forschen gemeinsam am Herz der Taufliege

03.05.2013
Was können wir von Fliegen lernen?

Die Taufliege Drosophila melanogaster besitzt, wie wir Menschen, ein Herz. Fliegen können mit Herzfehlern geboren werden und sie können, wie wir auch, an Herzrhythmusstörungen leiden. Wie entsteht ein solches Herz und wodurch werden Fehlbildungen verursacht?

Mit diesen Fragen befasst sich ein vom Land Niedersachsen für drei Jahre gefördertes gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Osnabrück und des Weizmann-Instituts in Rehovot, Israel.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Talila Volk vom Weizmann-Institut und Prof. Dr. Achim Paululat vom Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück soll untersucht werden, wie Kollagene von Zellen produziert und transportiert werden und wie sie zur Bildung eines funktionierenden Herzens und eines intakten Herzvolumens beitragen. Kollagen ist eines der häufigsten Eiweiße im Körper des Menschen und aller vielzelligen Tiere. Es stellt den wichtigsten Bestandteil des Bindegewebes dar und findet sich in den »Hüllen« von Zellen, Geweben und Organen. Diese »Hülle« wird als extrazelluläre Matrix bezeichnet und erfüllt eine große Vielfalt von Aufgaben. Sie gibt Zellen und Geweben erhöhte Stabilität oder beeinflusst die physikalischen Eigenschaften von Blutgefäßen, indem sie für Elastizität sorgt. Die extrazelluläre Matrix stellt darüber hinaus auch eine spezielle Mikroumgebung dar, in der Signalmoleküle zurückgehalten oder gezielt freigesetzt werden können.

»Der Mensch besitzt eine große Zahl verschiedener Kollagene, die im Körper diese vielfältigen Aufgaben der extrazellulären Matrix modulieren«, erläutert Prof. Paululat. Die Arbeitsgruppe erforscht die Funktion von Kollagenen in der Taufliege Drosophila melanogaster. Drosophila ist in der modernen Zellbiologie und Genetik einer der wichtigsten Modellorganismen, da nahezu alle grundlegenden biologischen Prozesse ähnlich wie beim Menschen ablaufen. Sie eignet sich daher in idealer Weise für genetische Untersuchungen, die so bei keinem anderen Organismus durchgeführt werden können. »Wir erwarten von unseren Experimenten wichtige neue Erkenntnisse zur Funktion von Kollagenen in der Herzentwicklung, die auch für medizinische Fragestellungen von Bedeutung sein werden« erklärt Prof. Paululat.
Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Achim Paululat, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastraße 11, 49069 Osnabrück
Telefon: +49 541 969 2861
E-Mail: paululat@biologie.uni-osnabrueck.de

Dr. Oliver Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-osnabrueck.de

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