Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

8 Millionen Euro von der EU für internationales Großprojekt zur Bekämpfung der Alzheimer Krankheit mit Omega-3 Fettsäuren

05.12.2007
Das Projekt mit dem Namen "LipiDiDiet" ist an der Neurologie der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg angesiedelt und ist damit das größte bisher in Homburg/Saar koordinierte EU-Forschungsprojekt.

Das internationale Forschungsteam steht unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Hartmann (Stiftungsprofessur für Neurodegeneration und Neurobiologie an der Universität des Saarlandes) und umfasst 16 Forschungsgruppen u.a. aus den Universitäten von Amsterdam, Bonn, Götebörg, Kuopio, Nijmegen, Prague, Stockholm, Szeged, Tel Aviv, sowie den Firmen Royal Numico und EURICE.

Teilnehmer aus dem Saarland sind neben der Projektgruppe von Prof. Dr. Tobias Hartmann auch die Gruppe von Prof. Dr. Klaus Fassbender (Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes und Vizepräsident der Universität des Saarlandes) sowie EURICE (Saarbrücken), die die Forscher beim Management des EU-Projektes unterstützt.

Das Projekt LipiDiDiet hat eine Dauer von 5 Jahren und hat zum Ziel, auf der Basis von Omega-3 Fetten (z.B. aus Fischen) Nahrungsmittel zu entwickeln, welche das Risiko einer Alzheimer Erkrankung verringern sollen. Bereits im Vorfeld konnten die Grundlagen für dieses Projekt gelegt werden. So wurden die ersten Omega-3 Nahrungsmittel entwickelt und eine klinische Studie am Karolinska Institut in Stockholm zeigte eine Wirkung bei Patienten mit beginnender Alzheimer Krankheit. Nun sollen mit neuen Untersuchungsmethoden Patienten noch vor Ausbruch der Krankheit identifiziert und die Wirksamkeit weiter verbessert werden. LipiDiDiet beschäftigt sich nicht nur mit der Prävention der Alzheimer Krankheit, sondern auch mit der Protektion und Stärkung der Hirnleistung im Alter allgemein.

... mehr zu:
»Alzheimer »DHA »Fettsäure »Omega-3

Das Team von Prof. Dr. Klaus Fassbender untersucht die Prozesse der Nervenentzündung bei Alzheimer, und die Projektgruppe Prof. Dr. Tobias Hartmann versucht, die molekularen Stoffwechselvorgänge im Zusammenhang mit Fettsäuren und Alzheimer zu entschlüsseln.

Man hat festgestellt, dass Fette das Risiko einer Alzheimer Krankheit beeinflussen können. In dem von der Europäischen Union gefördertem Großprojekt LIPIDIDIET soll dieses Prinzip nun genutzt werden um frühzeitig, noch vor dem Auftreten der ersten klinischen Symptome der Krankheit, präventiv eingreifen zu können. Bereits in Vorstudien konnte gezeigt werden, dass einige Fette das Risiko erhöhen können, während andere das Risiko zu vermindern scheinen.

Als zentrales Molekül der Alzheimer Erkrankung wird das Amyloid Beta 42 angesehen und eine übermäßige Produktion dieses Eiweißstoff führt sogar zu besonders frühem Auftreten der Krankheit. In Zellkultur und Mausversuchen konnte bereits die Produktion des Alzheimer erregenden Amyloid Beta 42 dadurch verringert, dass eine bestimmte Omega-3 Fettsäure, so genanntes DHA, gegeben wurde.

Omega-3 Fettsäuren sind ein essentieller Bestandteil der unserer Nahrung, denn der Mensch kann sie nicht selber synthetisieren. Omega-3 Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Langkettige Omega-3 Fettsäuren wie DHA werden in unter anderem von Meerwasseralgen produziert und gelangen üblicherweise durch den Verzehr von Kaltwasserfischen, aber z. B. auch von tierischen Organen wie Leber und Hirn in die menschliche Nahrungskette.

Die Omega-3 Fettsäure DHA wird vor allem im Gehirn benötigt. So besteht das menschliche Gehirn zu einem großen Teil aus DHA. DHA senkt aber nicht nur die Amyloid Beta 42 Produktion, es werden auch weitere Wirkungen auf die neuronale Leistungsfähigkeit, sowie entzündliche, oxidative und andere Prozesse vermutet. Daher wird für den Menschen vermutet, was im Tierversuch längst bekannt ist, dass DHA die kognitive Leistungsfähigkeit schützt und stärkt.

LIPIDIDIET beschäftigt sich entsprechend nicht nur mit der Prävention der Alzheimer Krankheit, sondern auch mit der Protektion und Stärkung der Hirnleistung im Alter allgemein.

In ersten Versuchen konnten die Forscher nicht nur Teile des molekularen Mechanismus der Wirkweise von Fetten im Gehirn entschlüsseln, sondern auch weitere Hinweise auf die Wirkung in Bevölkerungsstudien sammeln.

In einer weiteren kürzlich abgeschlossenen Studie am Menschen konnte der geistige Zerfall von Alzheimer Patienten mit DHA für die Studiendauer von einem Jahr aufgehalten werden. Allerdings wurde diese positive Wirkung nur bei Patienten ganz am Anfang der Krankheit beobachtet. Deshalb soll im Rahmen von LIPIDIDIET neben der präventiven Anwendung auch die Wirksamkeit der bestehenden DHA Formulierung verbessert werden.

Kontakt für Rückfragen:

Prof. Dr. Tobias Hartmann
Neurodegeneration und Neurobiologie
Neurologie
Im Forschungsgebäude der Medizinischen Fakultät des Saarlandes 61.4
Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
66421 - Homburg/Saar
Tel. (06841) 16-47918 oder 16-24109
E-Mail: Tobias.Hartmann@mx.uni-saarland.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.lipididiet.eu
http://www.uks.eu/neurologie

Weitere Berichte zu: Alzheimer DHA Fettsäure Omega-3

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden
06.12.2016 | Universität Osnabrück

nachricht Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert
06.12.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften