Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beteilligung an Weltraummission

05.12.2007
Am Nikolaustag ist es wieder soweit: Um 16:31 Uhr Ortszeit (22:30 Uhr MEZ) startet das Spaceshuttle Atlantis vom US-Weltraumbahnhof Cape Kennedy in Florida ins All, um das europäische Forschungsmodul Columbus zur Internationalen Weltraumstation ISS zu bringen.

Mit an Bord sind abermals Proben aus der Heinrich-Heine-Universität. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sieglinde Ott und Dr. Jean-Pierre de Vera (Botanisches Institut) erforscht mit ihrer Hilfe was geschieht, wenn verschiedene Organismen den Bedingungen im All über längere Zeit ausgesetzt werden.

Bei der Untersuchung mit dem Namen "LIFE" (Lichen- and Fungi-Experiment) werden vier Gruppen von Organismen in den Weltraum geschickt: Flechten, Algen, antarktische Mirkopilze und Cyanobakterien (Blaualgen). Die Proben werden voraussichtlich für zwei bis drei Jahre im All verbleiben. Das Experiment ist bereits das zweite seiner Art, bereits im September hatten Ott und de Vera Flechten in den Weltraum geschickt, die allerdings deutlich kürzer dort der Strahlung ausgesetzt waren. Das neue Projekt ist für die Düsseldorfer Wissenschaftler aufregender, denn nun müssen sie auf einen Weltraumspaziergang von zwei Astronauten warten, bei dem die Expositionsplattform EXPOSE mit den Proben außen an der Station angebracht wird. Dies wird zudem mit Hilfe eines Roboterarms geschehen.

Das Experiment wird in enger Kooperation mit Prof. Dr. Silvano Onofri von der Universität in Viterbo (Italien) und Dr. Elke Rabbow von den Simulationskammern des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Köln durchgeführt.

Von dem ersten Weltraumexperiment im September liegen bereits beeindruckende Ergebnisse vor. So haben weit über 90 Prozent der Sporen in den Fruchtkörpern der Flechten die Reise in den Weltraum überstanden und sind weiterhin keimungs- und wachstumsfähig. Erste Hinweise auf Wachstum der Algen sind ebenfalls zu erkennen. Zudem konnte mit Hilfe von Färbesubstanzen nachgewiesen werden, dass die verschiedenen Zelltypen in den Flechten weiterhin Stoffwechsel betreiben können und somit äußerst lebendig reagieren. Die kooperierende Forschergruppe aus Madrid (unter Leitung von Dr. Rosa de la Torre Noetzel) konnte außerdem Ergebnisse präsentieren, die den Schluss zulassen, dass die Photosyntheseaktivität der Algen in den Flechten von der Weltraumstrahlung sowie dem Vakuum nicht negativ beeinflusst worden und immer noch intakt und funktionsfähig ist. Teilweise liegen die erzielten Werte sogar über den Messungen der Kontrolle, was von der Düsseldorfer Forschergruppe durch einen Gegencheck sogar bestätigt werden konnte.

Fasziniert von diesen Ergebnissen, freuen sich nun die beiden Forscher des Botanischen Instituts auf ihren Langzeitversuch im All.

Kontakt:
Prof. Dr. Ott 0211/8113537
Dr. de Vera 0211/8113427
oder 0172/5110473

Dr. Victoria Meinschäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

Weitere Berichte zu: Alge Flechten Luft- und Raumfahrt Probe Weltraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht In Hochleistungs-Mais sind mehr Gene aktiv
19.01.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Warum es für Pflanzen gut sein kann auf Sex zu verzichten
19.01.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie