Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bindeglied zwischen Verfahrensentwicklung und High Tech-Chemie

14.05.2002


Wirkstoff- und Feinchemikalienanlage in Spanien nimmt Betrieb auf

Für die Produktion von Feinchemikalien unter cGMP-Bedingungen (current Good Manufacturing Practice) gibt es ein weites Spektrum von Kundenwünschen. Die Bayer AG erfüllt mit dem ZeTOTM (Zentrales Technikum Organisch) in Leverkusen die Anforderungen der Kunden an komplexe Prozessentwicklungen und hochspezialisierte chemische Technologien wie Phosgenierungen, Azid-Chemie, Tieftemperaturreaktionen und kontinuierlicher Chromatographie. Die neue Produktionsanlage der Novochem 2000 S.A. für Wirkstoffe und Zwischenprodukte im spanischen Murcia, etwa 90 km von Alicante entfernt, wird das Portfolio nun in der klassischen Verfahrenstechnik ergänzen. In diesem Dreiklang von Prozessentwicklung und Reaktionsführung unter erhöhten Sicherheits- und Apparateanforderungen im ZeTOTM, steht die Novochem für kostengünstige Wirkstoffproduktion.

Die neue Vielstoffanlage ist ausgelegt auf Flexibilität und schnellen Produktwechsel mit gut entwickelten Prozessen und bekannten, für die Qualität kritischen Parametern. Sie ist ausgelegt für Kapazitäten von 100 Kilogramm, beispielsweise für Phase 3 von klinischen Prüfungen, bis hin zur Produktion von über 100 Tonnen. Eigentümer der ausschließlich durch Bayer genutzten Anlage ist die Novochem, eine Tochtergesellschaft der Derivados Químicos S.A. (DQ). Die DQ ist eine spanische Firma mit jahrzehntelanger Erfahrung in Contract Manufacturing für Feinchemikalien, mit der Bayer seit 1993 zusammenarbeitet.

Novochem ist konzipiert für alle klassischen Reaktionen der organischen Chemie und bietet eine sehr gute Kombinationsmöglichkeit einer kostengünstigen Produktionsstätte mit verfahrenstechnischer Expertise von Bayer. In die Anlage, die ab Mitte 2002 auch unter cGMP-Bedingungen arbeiten wird, wurden rund 30 Millionen Euro investiert. Produktionsplanung und Logistik sind vollständig integriert in das Supply Chain Management des Bayer-Feinchemikaliengeschäftes - und profitiert von allen Vorteilen der starken Rückwärtsintegration.

Die moderne cGMP-Anlage in Murcia wurde von der Ingenieurtechnik von Bayer konzipiert. Sie verfügt über sechs Produktionsstraßen mit einem "top to bottom"-Produktionsfluss. Fünf davon sind für die Feststoffherstellung, eine für Hydrierung und Destillation ausgelegt. Alle Hauptapparate sind miteinander kombinierbar. Durch die vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten, die sich aus der Zusammenschaltung der verschiedenen Produktlinien ergibt, wurde eine sehr vielseitige und effektive Tool-Box geschaffen. Die Anforderungen an die chemische Beständigkeit der Werkstoffe wurde durch den Einsatz von Glas, Email, Edelstahl und Hastelloy berücksichtigt.

Spezielle Verbindungstechniken ermöglichen eine schnelle Umrüstung und bieten Vorteile bei der Reinigung. Ein besonderes Augenmerk beim "Design" der Anlage lag auf der apparativen Flexibilität bei gleichzeitiger strenger Vermeidung von Kreuzkontamination. Die Reinräume (Klasse E) jeder Linie sind mit Luftfiltersystemen und -schleusen für Material und Personal ausgestattet. Der gesamte Produktionsprozess - bis hin zur Verpackung des getrockneten Produktes - findet ohne Zwischenisolierung in einer geschlossenen Arbeitsweise einer Produktionsstraße statt.

Neben den Filtertrocknern sind besonders die Zentrifugen geeignet für die Isolierung von Endprodukten, weil sie komplett restentleerbar sind und ein CIP-System (Clean In Place) installiert ist. Destillationskolonnen und Dünnschichtverdampfer für temperaturempfindliche Produkte ergänzen das technische Portfolio, ebenso wie der Biazzi-Reaktor zur Hydrierung von Zwischenstufen.

Entscheidend ist neben der Apparatetechnik die Integration in die Prozessentwicklung von Bayer. Das ZeTOTM unterstützt die Verfahrensentwicklung, Definition der kritischen Prozessparameter, die Festlegung der operating ranges und die Anpassung an die von Bayer konzipierte Anlagentechnik der Novochem. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Qualitätssicherungssystem.

Das Qualitäts- und Anweisungssystem haben Novochem und Bayer in enger Zusammenarbeit entwickelt. Durch ständigen Erfahrungsaustausch, gemeinsame Schulungen und abgestimmte Umsetzung von Richtlinien wird das Qualitätssystem aufrechterhalten. Routine-Inspektionen durch Bayer-Inspektoren ergänzen das Qualitätssicherungssystem. Die hergestellten Produkte sind Bayerprodukte. Die Kontrolle der Einsatzstoffe, der Technologietransfer und die Versandfreigabe erfolgen daher durch Bayer.

BayNews Redaktion | BayNews

Weitere Berichte zu: Prozessentwicklung Verfahrensentwicklung ZeTOTM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie