Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kieler Forscher entdecken neuen Transportweg in der Zelle

16.11.2007
Einem Kieler Wissenschaftlerteam um Professor Paul Saftig ist es gelungen, einen bislang unbekannten Transportweg eines für den Körper wichtigen Enzyms in der Zelle zu identifizieren.

Diese Entdeckung könnte Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien gegen Morbus Gaucher sein, einer vererbbaren Erkrankung, in der dieses Enzym defekt ist. Diese Krankheit ist zwar relativ selten, verläuft aber oft schon im Kindesalter tödlich.

In der am 16. November erschienen Ausgabe der renommiertesten zellbiologischen Zeitung "CELL" ist die Forschungsarbeit erstmalig veröffentlicht, an der auch Wissenschaftler einer amerikanischen Firma beteiligt waren, die Medikamente zur Behandlung von Morbus Gaucher vertreibt.

Die Gaucher-Erkrankung ist eine vererbbare Fettspeichererkrankung. Fette aus der Zellmembran können nicht abgebaut werden, sondern reichern sich in den Zellen an und führen so zu einer Vergrößerung der Organe wie Leber und Milz. Im gesunden Zustand spaltet das untersuchte Enzym die Fette und wird von einem Rezeptor, dem biochemischen "Spediteur", in die Lysosomen transportiert, den sogenannten "Recyclingfabriken" der Zelle, wo diese Fette abgebaut werden.

... mehr zu:
»Enzym »Fette »Morbus »Transportweg »Zelle

Die Entdeckung des neuen Transportweges und des Rezeptors birgt u.a. die Chance, Medikamente gegen Morbus Gauches vereinfacht herzustellen. "Zu wissen, wie dieses Enzym transportiert wird, ermöglicht es, den Transport zu steuern", so Professor Saftig, "durch gezielte Manipulation kann so das Enzym zum Beispiel aus der Zelle herausbefördert, dort abgefangen und dann in großen Mengen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden."

Diese Erkenntnisse sind aber nicht nur im Hinblick auf therapeutische Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Erkrankung, sondern auch für das generelle wissenschaftliche Verständnis von zellulären Transportprozessen von großer Bedeutung. Inwieweit auch andere zelluläre Eiweiße den neu identifizierten Transportweg benutzen und ob ein fehlerhafter Transport auch mit anderen Erkrankungen verbunden ist, wird derzeit im Labor von Professor Saftig untersucht.

Professor Saftig ist der Leiter der Arbeitsgruppe für Transgene Maus- und molekulare Zellbiologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Mit beteiligt an der Studie waren Dr. Judith Blanz, Dr. Michael Schwake und Jenny Schröder.

Kontakt:
Professor Paul Saftig, Institut für Biochemie
Tel.: 0431/880-2216
E-Mail: psaftig@biochem.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2007/2007-saftig-1.jpg
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2007/2007-saftig-2.jpg

Weitere Berichte zu: Enzym Fette Morbus Transportweg Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen
20.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität nur bedingt tauglich
20.11.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie