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Wie sich männliche Buntbarsche Befruchtung erschleichen

16.11.2007
Wissenschaftler haben ein Gen identifiziert, das es männlichen Buntbarschen erlaubt, die Weibchen auszutricksen, um so die Eier im Maul der Weibchen zu befruchten.

Eine Studie im Online-Open-Access-Journal "BMC Biology" zeigt, dass dieses Gen mit eiförmigen Mustern auf der Analflosse der Männchen zusammenhängt, denen eine zentrale Bedeutung beim Paarungsverhalten zukommt.

Walter Salzburger, Assistenzprofessor für Zoologie an der Universität Basel, untersuchte zusammen mit Ingo Braasch und Axel Meyer an der Universität Konstanz 19 Buntbarscharten und identifizierten ein Gen, das für die Produktion des gelben Farbpigmentes in den Eiflecken auf der Analflosse der Männchen verantwortlich ist.

Diese Eiflecken spielen eine wichtige Rolle beim Fortpflanzungsverhalten dieser als Maulbrüter bekannten Buntbarsche. Genauer gesagt handelt es sich um weibliche Maulbrüter, da die Weibchen die Eier in ihren Mäulern ausbrüten. Unmittelbar nach der Eiablage und noch vor der Befruchtung nehmen die Weibchen die Eier mit dem Mund auf.

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Die Eiflecken auf der Analflosse der Männchen dienen als Eiattrappen. Das Männchen präsentiert diese Eiflecken, worauf das Weibchen die vermeintlichen Eier aufnehmen will und sich mit ihrem Maul der Analflosse nähert. In diesem Moment entlässt das Männchen Sperma, und die Eier werden im Maul des Weibchens befruchtet.

Buntbarsche sind eine äusserst artenreiche Familie von tropischen und subtropischen Fischen. Allein etwa 1800 Arten leben in Ost-Afrika, wobei mehr als 80% davon zu den so genannten Haplochrominen gehören, welche diese charakteristischen Eiflecken aufweisen.

Das Gen, welches für das gelbe Pigment in den Eiflecken verantwortlich zeichnet, heisst colony-stimulating factor 1 receptor a (oder kurz csf1ra). Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass das Gen auch in einer entfernt verwandten Buntbarschgruppe exprimiert wird, welche die Eiflecken auf den beiden Pektoralflossen anstatt auf der Analflosse haben. Eiattrappen scheinen also mehrmals im Verlauf der Evolution der Buntbarsche entstanden zu sein.

Weitere Auskünfte:
Dr. Walter Salzburger, Assistenzprofessor für Zoologie, Universität Basel, Tel. ++41(0)61 267 03 03, mobil 076 368 27 40, E-Mail: Walter.Salzburger@unibas.ch

Christoph Dieffenbacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

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