Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heiße Bienen sorgen im Stock für Nestwärme

29.04.2002


Erläuterungen siehe unten
Aufnahmen: Bujok


Der Nachwuchs von Bienen entwickelt sich am besten bei 35 bis 36 Grad Celsius. Sinkt die Temperatur im Brutbereich des Stocks zu stark ab, dann beginnen Arbeiterinnen mit einem speziellen Brutwärmeverhalten: Sie heizen ihren Körper auf und drücken ihn gegen die Deckel der Wabenzellen, in denen sich die Brut befindet. Das hat die Zoologin Brigitte Bujok von der Uni Würzburg beobachtet.

... mehr zu:
»Biene »Brutdeckel »Thorax

Die Bienen erzeugen die Wärme in ihrem Brustteil (Thorax) mit einem eleganten Trick: Sie bewegen ihre Flugmuskulatur, haben aber zuvor die Flügel davon abgekoppelt. So entsteht Wärme ohne Flügelschlag, denn diese Bewegung würde wiederum kühlend wirken.

Wie Brigitte Bujok weiter beobachtet hat, drücken sich die aufgeheizten Arbeiterinnen dann mit dem Thorax auf die Brutdeckel und verharren für einige Minuten in dieser Position. Durch dieses Verhalten erwärmen sich die Brutdeckel im Vergleich zu umliegenden, nicht unmittelbar gewärmten Stellen um bis zu 3,2 Grad Celsius. Die Spitzen der Antennen ruhen dabei entweder unbewegt auf den Brutdeckeln oder bewegen sich langsam hin und her - so nehmen die Bienen wahrscheinlich Informationen über ihre Brut auf. Mit dem Hinterleib führen sie beim Wärmen rasche, kontinuierliche Atembewegungen aus.



Diese Erkenntnisse hat Brigitte Bujok, die in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jürgen Tautz am Biozentrum der Uni Würzburg zurzeit als Doktorandin tätig ist, mit Hilfe einer Infrarot- und einer Endoskopkamera gewonnen. Sie stellte ihre Arbeit Ende März 2002 bei der Jahrestagung der "Arbeitsgemeinschaft der Bieneninstitute Deutschlands" in Celle vor. Mit Erfolg: Ihr Poster wurde mit dem Preis der "Gesellschaft der Freunde des Niedersächsischen Landesinstituts für Bienenkunde" ausgezeichnet.

Weitere Informationen: Brigitte Bujok, T (0931) 888-4323, Fax (0931) 888-4309, E-Mail:
thermo@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Zum Bild: Einblicke in den Bienenstock: Links drückt sich eine Honigbiene (1) mit ihrem 41,8 Grad Celsius warmen Brustteil (Thorax) auf verdeckelte Brutzellen. Die Antennen der Biene (2) liegen ruhig auf den Brutdeckeln. Normalerweise sind die Antennen als wichtige Sinnesorgane im dunklen Stock fast ständig in Bewegung. Die Wabe stand vertikal und ist nur durch die Orientierung der Endoskopkamera diagonal dargestellt. Rechts wurde eine Biene (1), die sich an die Brutwaben angedrückt hatte, beiseite geschoben. Ihr warmer Thorax hat einen Wärmeabdruck hinterlassen, der im Infrarot-Bild deutlich erkennbar ist (2). Der Temperaturunterschied zu benachbarten Brutdeckeln beträgt 2,6 Grad Celsius.

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Biene Brutdeckel Thorax

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Reize auf dem Weg ins Bewusstsein versickern
22.09.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lebendiges Gewebe aus dem Drucker
22.09.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie