Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hightech für den Gartenbau begeistert Spitzenpolitiker

14.11.2007
Einen "tollen und innovativen Arbeitgeber für diese Region" nannte Günther H. Oettinger die Selecta Klemm GmbH & Co. KG in Stuttgart-Mühlhausen. Der Ministerpräsident hatte auf Einladung des Württembergischen Gärtnereiverbandes e.V. am gestrigen Montag, dem 12. November 2007, einen der weltweit führenden Züchtungs- und Vermehrungsbetriebe im Bereich der vegetativ, also durch Stecklinge, vermehrbaren Zierpflanzen besucht - und war deutlich beeindruckt.

"Drei blumenbegeisterte Laien wollen wissen, wie diese Branche funktioniert", bat Ministerpräsident Günther H. Oettinger zum Auftakt der Betriebsführung bei dem Familienunternehmen Selecta Klemm GmbH & Co. KG, das bereits auf ein über vierzigjähriges Bestehen zurückblickt und mit weltweit über 800 Mitarbeitern zu den Großen der Branche zählt. Mit Günther H. Oettinger waren der Präsident des baden-württembergischen Landtags, Peter Straub, und Max Munding, Ministerialdirektor im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, gekommen. Im Zuge der Führung durch Gewächshaus und Forschungsabteilung erklärten die Geschäftsführer Christian und Nils Klemm ihre züchterischen Ziele bei Poinsettien - rund 350 neue Sorten der als Weihnachtsstern bekannten Pflanze werden derzeit geprüft - und gewährten den Politikern einen Einblick in das gentechnische Labor der Ornamental Bioscience GmbH.

Dieses im Jahr 2006 gegründete Joint-Venture-Unternehmen, an dem die deutsche Selecta Gruppe und die US-amerikanische Mendel Biotechnology Inc. beteiligt sind, entwickelt und vermarktet transgene, also gentechnisch veränderte Zierpflanzen. "Das ist Gentechnologie zum Nutzen des Verbrauchers", erklärte Nils Klemm. "In der Entwicklung biotischer und abiotischer Resistenzen bei Zierpflanzen, d.h. Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger, Trockenheit und Kälte, liegen für uns Gartenbauer zugleich die großen Chancen der modernen Biotechnologie."

Christian Klemm nutzte die Gelegenheit, um dem Ministerpräsidenten deutlich zu machen, dass er die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für derlei Innovationen hierzulande nicht für ideal hält: "Weltweit gibt es heute 209 gentechnisch verbesserte Zierpflanzensorten - jedoch nur eine davon in Europa." Da die Einführung leistungs- und zukunftsfähiger Sorten durch verschiedene Regularien behindert werde, seien die wichtigsten Absatzmärkte der Ornamental Bioscience GmbH außereuropäische Länder, allen voran die USA. "Unsere Wachstumsmöglichkeiten sind hervorragend, sofern wir die faire Möglichkeit haben, die technologischen Entwicklungen nicht zu verpassen und uns damit auch europäische Märkte zu erschließen", betonte auch Nils Klemm. An Günther H. Oettinger hatte er einen ganz konkreten Wunsch. "Es wäre uns eine große Hilfe, wenn Sie unsere Argumente in Berlin und Brüssel mit Nachdruck kommunizieren würden."

Der Ministerpräsident, von den Aktivitäten, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Selecta-Gruppe deutlich beeindruckt, versprach nach diesem ersten Besuch eines Hightech-Betriebs des Gartenbaus, sich für die innovative und attraktive Branche einzusetzen und Elisabeth Jeggle, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments, auf Ornamental Bioscience aufmerksam zu machen.

Bisher arbeitet die Ornamental Bioscience GmbH mit Pflanzen aus der Selecta-Produktpalette: Petunien, Weihnachtssterne, Fleißige Lieschen und Geranien. "Es werden keine zwei Legislaturperioden vergehen, bis wir mit unserer ersten transgenen Weihnachtsstern-Kreation auf den Markt kommen", sagte Geschäftsführer Nils Klemm. "Wenn wir im Jahr 2012 soweit sind, werden wir unserem Ziel, den Ansprüchen auf dem weltweiten Zierpflanzenmarkt gerecht zu werden, ein großes Stück näher gekommen sein." Am Erfolg des Unternehmens habe die BioRegio STERN Management GmbH, die die Entwicklung von Anfang an gefördert habe, erheblichen Anteil.

Über BioRegio STERN:
In der baden-württembergischen Region Stuttgart, Tübingen, Esslingen, Reutlingen und Neckar-Alb ist die BioRegio STERN Management GmbH gemeinsames Kompetenznetzwerk, Anlauf- und Beratungsstelle für Existenzgründer, Unternehmer und Forscher im Bereich Biotechnologie. BioRegio STERN fördert die Zusammenarbeit unterschiedlichster Disziplinen wie Medizin, Bioverfahrenstechnik, Sensorik, Ernährungswissenschaft, biochemische Analytik und Bioinformatik. Bedeutende Schwerpunkte bilden die Regenerationsbiologie und die Medizintechnik.
BioRegio STERN vertritt die Interessen der Existenzgründer, Unternehmer und Forscher gegenüber Politik, Medien und Verbänden, bündelt Wirtschaftsförderung und Marketing, berät bei Förderanträgen und Unternehmensfinanzierungen und stützt diese Arbeit durch eine engagierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

BioRegio STERN wird unterstützt von den Regionen Stuttgart und Neckar-Alb sowie den Städten Stuttgart, Tübingen, Esslingen und Reutlingen. Geschäftsführer ist der Molekular- und Zellbiologe und Investmentanalyst Dr. Klaus Eichenberg.

Über die Selecta-Gruppe:
Das Familienunternehmen Selecta Klemm GmbH & Co. KG ist einer der weltweit führenden Züchtungs- und Vermehrungsbetriebe im Bereich vegetativ vermehrbarer Zierpflanzen. In den vergangenen 40 Jahren hat Selecta zahlreiche Patente und Sortenschutzrechte für Schnittblumen, Beet-, Balkon- und Topfpflanzen erworben. Selecta verfügt über sieben Hauptstandorte mit Produktion, Züchtung und Vertrieb; Stuttgart ist die Zentrale.
Mit der Biotechnologie beschäftigt sich Selecta seit 1996. An der Entwicklung der blauen Nelke durch das australische Unternehmen Florigene, die bis heute als einzige transgene Zierpflanze eine Zulassung für Produktion und Vermarktung in Europa hat, war Selecta Klemm beteiligt.

Zur Selecta-Gruppe, die auf 83 ha Anbaufläche jährlich rund 50 neue Sorten bei Beet- und Balkonpflanzen, acht neue Poinsettien und 15 neue Schnittblumen-Sorten mit - für Kultivateure wie Verbraucher - immer besseren Eigenschaften entwickelt, gehören neun Unternehmen. Sie beschäftigt über 800 Mitarbeiter.

Herausgeber:
BioRegio STERN Management GmbH, Friedrichstraße 10, 70174 Stuttgart, 0711-8703540, info@bioregio-stern.de
Redaktion: Zeeb Kommunikation, Hohenheimer Straße 58a, 70184 Stuttgart, 0711-6070719, info@zeeb.info

Ornamental Bioscience GmbH: Hanfäcker 10, 70378 Stuttgart, 0711-95325-50, www.ornamental-bioscience.com

Anja Dowidat | idw
Weitere Informationen:
http://www.zeeb.info
http://www.bioregio-stern.de
http://www.ornamental-bioscience.com

Weitere Berichte zu: BioRegio BioScience Ornamental Selecta Zierpflanzen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung
18.08.2017 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie