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Wie Muttermilch Bakterien das Leben schwer macht

07.02.2001


Es ist das schlagkräftigste Argument aller Verfechterinnen des Stillens: Die Muttermilch kann den Säugling eine Zeit lang vor vielen Infektionen schützen. Nach den entsprechenden Wirkstoffen in der
Muttermilch suchen Mikrobiologen von der Universität Würzburg.

An diesem Projekt, das von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert wird, ist auch die Industrie beteiligt. Von Interesse sind Wirkstoffe, die Infektionen hemmen und die körpereigene Abwehr des Kindes steigern. Die Würzburger Forscher wollen auch herausfinden, auf welche Weise genau die bakterienhemmenden Bestandteile der Muttermilch wirken.

Eng in Zusammenhang mit diesem Vorhaben am Lehrstuhl für Mikrobiologie ist ein weiteres, von der Europäischen Union gefördertes deutsch-französisch-spanisches Verbundprojekt zu sehen, in dessen Mittelpunkt das krankheitserregende Bakterium Listeria monocytogenes steht. Dabei soll die Frage geklärt werden, welche der etwa 3.000 Gene des Bakteriums für dessen Robustheit in der Umwelt und in Lebensmitteln sowie für die Entstehung und den Verlauf von Infektionen entscheidend sind.

Erst die Entschlüsselung der Bakteriengene und die Aufklärung ihrer Funktion liefern eine umfassende Grundlage, um die Wirksamkeit und Wirkungsweise der bakterienhemmenden Bestandteile der Muttermilch untersuchen zu können. Die beiden Forschungsprojekte werden in den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Werner Goebel, Prof. Dr. Jürgen Kreft und PD Dr. Michael Kuhn im Biozentrum bearbeitet.

Die Würzburger Mikrobiologen waren bereits, wie am 3. Mai 2000 im idw berichtet, an der Aufklärung des Genoms, also der Gesamtheit aller Erbanlagen von Listeria beteiligt. Dieses Bakterium, das Gehirnhautentzündungen verursachen kann, hatte zuletzt Anfang 2000 wegen der Verseuchung von Lebensmitteln nicht nur in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Die Daten aus dem Listeria-Genomprojekt, an dem in Deutschland auch Forscher der Universität Gießen und der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig beteiligt waren, bilden nun die Grundlage für die neuen Projekte.

Neben Listeria soll noch ein weiterer Problemkeim in Lebensmitteln bearbeitet werden, nämlich der Durchfallerreger Salmonella. Die nötigen Daten über das Genom dieser Bakterien werden zur Zeit von englischen und amerikanischen Wissenschaftlern vervollständigt und stehen allgemein zur Verfügung. Bei den nun anstehenden Würzburger Projekten kommen modernste Methoden der Genomforschung zum Einsatz: Mit diesen könnten, so Prof. Kreft, die Genaktivität und das Proteinmuster der Bakterien als Ausdruck ihrer Lebensaktivität sowie der Einfluss von Wirkstoffen hierauf sehr genau erfasst werden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Werner Goebel, T (0931) 888-4400, Fax (0931) 888-4402, E-Mail: goebel@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Jürgen Kreft, T (0931) 888-4419, E-Mail: kreft@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

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