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Signalwege für die Krebsentstehung aufzeigen

24.04.2002


Wissenschaftler finden mögliche Tumormarker bei Nierenkrebs

Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig haben den Einfluss bestimmter Proteine auf die Krebsentstehung und Entartung von Nierenzellen nachgewiesen und so ein weiteres Glied einer fehlgeleiteten Signalkette bei der Tumorentwicklung identifiziert. Die Ergebnisse der GBF-Arbeitsgruppe um Dr. Jan Buer über die Über- bzw. Unterproduktion zweier bestimmter Proteine, nämlich eines Rezeptors und seines Bindungspartners, veröffentlichten sie jetzt im British Journal of Cancer.

Zum Krankheitsbild Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom ist mit 85 % der häufigste bösartige Tumor der Niere. Während Patienten im frühen Stadium geheilt werden können, ist die Prognose bei fortgeschrittener Erkrankung schlecht, denn Strahlen-, Hormon-, Immun- oder Chemotherapie sind wenig wirksam. Auch die üblichen Verteidigungsmaßnahmen, mit denen das Immunsystem gegen die entarteten Zellen vorgeht, scheinen bei dieser Tumorart nicht zu greifen. Bestimmte Signal-Proteine, Chemokine, und ihre Empfänger, die Rezeptoren, spielen bei dem Vorgang der Mobilmachung gegen Tumorzellen eine Rolle. Deswegen untersuchte Dr. Andres Schrader vom Städtischen Klinikum Braunschweig an der GBF Nierentumorzellen und angrenzendes gesundes Nierengewebe auf das Vorhandensein eines bestimmten Chemokins und seines Rezeptors auf der Zelloberfläche. "Die enge Zusammenarbeit zwischen GBF und dem Klinikum war sehr erfolgreich und soll weiter ausgebaut werden", sagt Dr. Jan Buer. Weitere Projekte erwartet er vom kürzlich gegründeten Zentrum für Therapieforschung Braunschweig.

Molekulare Hintergründe

Das Chemokin CXCL12 und sein Rezeptor CXCR-4 werden seit längerem als heiße Kandidaten gehandelt, die an der Regulation von Blutgefäßbildung, Zellwachstum und maligner Entartung beteiligt sind. Im Tumorgewebe von Patienten mit Nierenzellkarzinom konnte eine erhöhte Expression des Rezeptors nachgewiesen werden, wobei sein Bindungspartner vermindert exprimiert wurde. Mit Hilfe einer etablierten Zelllinie wurde die funktionelle Bedeutung von CXCR-4 für die Pathobiologie des Nierenzellkarzinoms analysiert. Es wurden mittels Gen-Chips Expressionsprofile erstellt, die aufzeigten, welche anderen Gene von der Überexpression des Rezeptors direkt beeinflusst werden.

Die vollständige Arbeit "CXCR4/CXCL12 expression and signalling in kidney cancer" von Schrader, Lechner, Templin, Dittmar, Machtens, Mengel, Probst-Kepper, Franzke, Wollensak, Gatzlaff, Atzpodien, Buer und Lauber ist erschienen im British Journal of Cancer (2002), Vol. 86(8), pp. 1250-1256.

Dr. Jan Buer ist Leiter der Nachwuchsforschergruppe "Mukosale Immunität" an der GBF.

Thomas Gazlig | Presseinformation
Weitere Informationen:
http://www.gbf.de

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