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Forschertalente sagen der Plastiktüte den Kampf an

30.10.2007
Viele drückt an der Supermarktkasse zwar ein schlechtes Gewissen, aus Gründen der Bequemlichkeit wird aber schnell mal nach zwei, drei Plastiktüten gegriffen.

Die Umweltbelastung, die Tragetaschen aus Kunststoff nach sich ziehen, wird in diesem Moment gern ignoriert. Dabei ginge es auch anders: mit Beuteln aus dem Naturprodukt Stärke, genauer gesagt aus Stärkefolie. Mit dieser Idee gewannen drei Elftklässler aus Cloppenburg einen Forschungsaufenthalt samt Kost und Logis in diesen Herbstferien an der TU Clausthal.

Noch steckt das Vorhaben allerdings in der Entwicklungsphase. Am Institut für Physikalische Chemie versuchen Benedikt Möller, Christopher Meyering und Hendrik Stukenborg nun ihren Plan eine Woche lang intensiv voranzutreiben. Denn die Schüler wollen möglichst bald mit dem Prototyp einer Stärketasche shoppen gehen. "Unsere Taschen würden sich kompostieren lassen, im Grunde wären sie sogar essbar", erzählt Christopher Meyering mit jugendlicher Begeisterung, "Plastiktüten brauchen dagegen tausend Jahre, bis sie verrotten."

Neben den Nachwuchsforschern steht Privatdozent Dr. Jörg Adams. Es gefällt ihm, dass die drei Schüler motiviert eine Idee verfolgen, verfeinern und auch vertreten. Kennen gelernt haben sich der TU-Wissenschaftler und die Cloppenburger Chemietalente im Frühjahr in Clausthal-Zellerfeld beim Landeswettbewerb "Jugend forscht". Die Schüler präsentierten ihren Einfall, Adams zählte zur Jury. Da die biologisch abbaubare Tasche damals jedoch noch nicht ausgereift war, reichte es nicht zum Sieg, wohl aber zu einigen Sonderpreisen - beispielsweise dem Forschungspraktikum im Oberharz.

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Die Labor- und Institutsluft an der technischen Uni soll die drei Jungspunde nun inspirieren, offene Fragen zu beantworten. So wird die Stärketasche bisher schwach, wenn sie im Regen steht. Saunatemperaturen setzen ihr ebenfalls zu. "Ein bisschen muss man auch das Anspruchsdenken anpassen", gibt Dr. Adams zu bedenken. Die Qualität und Tragkraft ebenfalls wasseranfälliger Papiertaschen hätte eine Stärketüte allemal. Und dem Kunststoffbeutel, der aus Öl oder Gas gefertigt wird, hat die Stärkevariante die Umweltfreundlichkeit voraus. "Ein wichtiges Argument, um der heutigen Wegwerfgesellschaft zu begegnen", weiß Benedikt Möller.

Im nächsten Jahr wollen er und seine beiden Mitstreiter, die am heimischen Gymnasium von Lehrerin Elke Schlömer unterstützt werden, jedenfalls wieder bei "Jugend forscht" antreten. Sollten sie dann im Landeswettbewerb mit ihrem weiterentwickelten Produkt auf das Siegerpodest springen, hätte die TU Clausthal auch eine Aktie daran.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

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