Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit natürlichen Waffen gegen lästige Bettgenossen

26.10.2007
Hygieneinstitut sucht Teilnehmer für Antimilben-Matratzenstudie

Tausende kleine Bettgenossen leisten uns jede Nacht Gesellschaft, vor allem Milben, Insekten und Pilze. Während die unsichtbaren Wesen in der Regel ohne weitere Folgen das Bett mit ihren menschlichen Hausherren teilen, können die kleinen Biester für Allergiker zum Albtraum werden. Die Palette chemischer Gegenmittel trägt jedoch auch nicht dazu bei, das Schlafzimmer milbenfrei zu machen, sondern löst zusätzliche allergische und toxische Risiken aus. Gefragt sind also "natürliche Waffen" gegen die Heerscharen ungeliebter Mitschläfer.

Das niedersächsische HygieneHolz-Unternehmen Gustav Wilms hat eine Matratzenauflage entwickelt, die eben auf diesem natürlichen Weg die antibakteriellen und gegen Schimmelpilze gerichteten Eigenschaften von Kiefernkernholz aktiviert. Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Greifswald, die Hygiene Nord GmbH Greifswald und die Gustav Wilms oHG aus Bad Essen suchen jetzt Teilnehmer für eine Matratzen-Studie. Im Rahmen der für ein halbes Jahr erforderlichen Untersuchung soll überprüft werden, inwieweit die mit Kieferspänen angereicherte Spezialauflage geeignet ist, die Allergiebelastung zu vermindern und somit zur Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität von Hausstaubmilben-Allergikern beizutragen.

"Eine abweisende Wirkung gegenüber Hausstaubmilben konnte in praxisnahen Untersuchungen bereits nachgewiesen werden", erklärte der Studienleiter Prof. Axel Kramer, Direktor des Institutes für Hygiene und Umweltmedizin Greifswald. "Diese nützlichen Funktionen werden durch die besondere Aufarbeitung des Holzes freigesetzt, wobei keine Fremdstoffe in oder auf das Holz eingebracht werden. Die umweltfreundliche Unterbettauflage ist atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend und sorgt für ein Lebensumfeld, in dem sich Milben und ihre Artgenossen nicht wohl fühlen.

Die Probanden - vorzugsweise aus Greifswald und der näheren Umgebung - werden kostenlos mit einer HygieneHolz-Matratzenauflage ausgestattet, die sie nach der Studie behalten können. In den ersten vier Wochen wird jeweils zweimal wöchentlich von dem darüber liegenden Bettlaken eine kleine Saugprobe entnommen, anschließend eine Probe alle drei Wochen. Die Proben können nach einer Einweisung von den Studienteilnehmern selbstständig entnommen werden. Soweit die beantragten Forschungsgelder bewilligt werden, können die Testschläfer mit einer Aufwandsentschädigung rechnen.

Die Studie richtet sich an Hausstaubmilben-Allergiker oder an Patienten, die gelegentlich bis ständig unter den Symptomen einer derartigen Allergie leiden und dazu über den geplanten Studienzeitraum ein regelmäßiges Schlafverhalten aufweisen.

Interessenten können sich an Torsten Koburger von der Hygiene Nord GmbH wenden (BioTechnikum, Walter-Rathenau-Straße 49 A, 17489 Greifswald):

Telefon 03834-51 55 20; E-Mail mail@hygiene-nord.de

Die Hausstaubmilbe

Hausstaubmilben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere. Sie sind überall dort anzutreffen, wo Menschen und Tiere leben, da sie sich bevorzugt von deren abgeschilferten Hautschuppen ernähren. Der Tagesbedarf einer Million Milben wird durch einen einzigen Menschen gedeckt.

Die eigentlich harmlosen Tierchen fühlen sich bei 25° Celsius und rund 70 Prozent Luftfeuchtigkeit besonders wohl. An feuchtwarmen Orten vermehren sie sich massenhaft. Die ideale Geburtsstätte einer Milbensiedlung ist daher das Bett.

Jeder Mensch verliert pro Nacht bis zu einem Gramm Hautschuppen. Dies ist genügend Nahrung, um Tausende der unbemerkten, unliebsamen Untermieter zu ernähren. In einem Gramm Bettstaub leben bis zu 4.000 Milben.

Vom Bett aus dehnt sich die wachsende Milbenbevölkerung über das gesamte Schlafzimmer und den weiteren Wohnraum aus. So finden sich Milben auch in Polstermöbeln, Teppichen, Kissen, Plüschtieren und typischen Staubfängern wie Vorhängen oder offenen Bücherregalen.

Die Allergie wird vor allem durch Stoffe, die in den Kotbällchen der Milben enthalten sind, ausgelöst. Nach dem Einatmen der Kotbällchen-Bestandteile werden Stoffe freigesetzt, die beim Allergie-Patienten eine heftige Abwehrreaktion auslösen.

Häufige Beschwerden sind ganzjähriger Schnupfen oder Husten und Atemnot. Letzteres sind typische Anzeichen für Asthma. Sie treten bei Kindern und jungen Erwachsenen oft bereits an erster Stelle auf. Im Krankheitsverlauf kommt es schließlich durch die anhaltende Reizung der Atemwege zu Entzündungsprozessen. Sie führen langfristig zu einer Zerstörung des Lungengewebes. Eine rechtzeitige Behandlung Ihrer Milbenallergie kann dieser Entwicklung entgegenwirken.

Quelle: http://www.allergiecheck.de

Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Direktor: Prof. Dr. med. Axel Kramer
Walter-Rathenau-Straße 42, 17489 Greifswald
T +49 3834 51 55 42
F +49 3834 51 55 41
E kramer@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilms.com
http://www.hygiene-nord.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

Weitere Berichte zu: Hautschuppen Hygiene Milben Umweltmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie