Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gene beeinflussen Essensvorlieben

23.10.2007
Erziehung und soziales Umfeld weniger wichtig als bisher angenommen

Unsere Vorlieben und Abneigungen beim Essen könnten stärker genetisch bedingt sein als bisher angenommen. Wissenschaftler des King's College London haben die Essgewohnheiten von Tausenden Zwillingspaaren untersucht. Eineiige Zwillinge verfügten viel eher über ähnliche Vorlieben wie etwa für Kaffee und Knoblauch.

Diese Erkenntnis legt nahe, dass Geschmack vererbt sein könnte. Das bedeutet aber auch, dass Ernährungssünden aus der Kindheit schwerer zu überwinden sind als bisher angenommen. Eineiige Zwillinge verfügen über den gleichen genetischen Aufbau. Der Vergleich mit zweieiigen Zwillingen ermöglicht herauszufinden, welche Eigenschaften natürlich sind und welche anerzogen. Details der Studie wurden in Twin Research and Human Genetics veröffentlicht.

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 3.000 weibliche Zwillinge zwischen 18 und 79 Jahren. Die allgemeinen Tendenzen wurden in fünf Ernährungsgruppen erfasst. Dazu gehörte viel Obst und Gemüse, Alkohol, gebratenes Fleisch und Kartoffeln, fettarm oder wenig Fett durch Fleisch, Fisch und Geflügel. Die Ergebnisse legen nahe, dass zwischen 41 und 48 Prozent der Vorliebe für eine der Ernährungsgruppen genetisch beeinflusst ist. Am stärksten ist der Zusammenhang zwischen individuellem Geschmack und dem genetischen Aufbau bei Kaffee und Knoblauch.

... mehr zu:
»Essensvorlieben »Gemüse »Zwillinge

Der leitende Wissenschaftler Tim Spector betonte, dass man lange angenommen hatte, dass Erziehung und soziales Umfeld bestimmen, was wir gerne essen. "Unsere Forschungsergebnisse beweisen, dass der genetische Aufbau viel häufiger beeinflusst, welche Art der Ernährung wir bevorzugen." Diese Erkenntnisse seien auch von Initiativen zu berücksichtigen, die versuchen, die Menschen dazu zu motivieren mehr Obst und Gemüse zu essen.

Jane Wardle vom University College erklärte, dass diese und andere Forschungsergebnisse darauf hindeuteten, dass die Gene eine gemäßigte Rolle bei der Entwicklung bestimmter Ernährungsvorlieben spielten. Es sei denkbar, dass Geschmacksgene oder die Chemikalien, die als Belohnung für ein bestimmtes Nahrungsmittel freigesetzt werden, eine Rolle spielen.

"Es scheint so zu sein, dass die Auswahl der Lebensmittel nicht nur auf umweltbedingte Einflüsse zurückzuführen ist. Das bedeutet aber auch, dass der Einfluss der Eltern auf die Ernährung der Kinder nicht so stark ist, wie wir angenommen haben. Große Anstrengungen könnten daher notwendig werden, um junge Menschen auf den richtigen Weg zu bringen."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kcl.ac.uk
http://www.ucl.ac.uk

Weitere Berichte zu: Essensvorlieben Gemüse Zwillinge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie