Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hertie-Stiftung unterstützt Forschungen zum Versagen der Blut-Hirn-Schranke bei Multipler Sklerose

10.10.2007
Kooperationsprojekt zwischen Neurowissenschaften und Immunologie der Johannes Gutenberg-Universität erhält Fördergelder

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Krankheitsbild recht gut bekannt ist, die Ursachen dafür aber im Einzelnen noch im Dunkeln liegen. Nach jetzigem Wissensstand kommt es bei der Erkrankung vermutlich durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen zu einer Entzündung der Nerven im Gehirn und Rückenmark. Dabei gelingt es den Abwehrzellen offenbar, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und in das Zentralnervensystem vorzudringen.

Welche Rolle dem Botenstoff Interleukin-17 beim Versagen der Blut-Hirn-Schranke zukommt, wollen Wissenschaftler des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie und der 1. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität Mainz in einem gemeinsamen Projekt herausfinden. Nach einer Anschubfinanzierung durch das Interdisziplinäre Forschungszentrum für Neurowissenschaften (IFZN) konnten sie nun in einem hoch kompetitiven Verfahren Fördergelder der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung einwerben. Damit kann das Kooperationsprojekt fortgesetzt werden, darüber hinaus soll es die Basis für einen zukünftigen drittmittelgeförderten Forschungsverbund mit neuro-immunologischem Schwerpunkt bilden.

Mit dem gemeinsamen Projektantrag ist es dem Institut für Physiologie und Pathophysiologie (Univ.-Prof. Dr. Heiko J. Luhmann und Dr. med. Christoph R.W. Kuhlmann) sowie der 1. Medizinischen Klinik und Poliklinik (Univ.-Prof. Dr. Ari Waisman) gelungen, Personal- und Verbrauchsmittel für einen Förderzeitraum von zwei Jahren einzuwerben. Im Rahmen dieses Kooperationsprojekts zwischen der Vorklinik und Klinik soll die Rolle des immunologischen Botenstoffes Interleukin-17 am MS-assozierten Versagen der Blut-Hirn-Schranke untersucht werden. "Ein frühes Ereignis in der Pathologie der Multiplen Sklerose ist die Schädigung der Blut-Hirn-Schranke, jedoch sind die zugrunde liegenden Signalmechanismen noch weitgehend unbekannt", erläutert Univ.-Prof. Dr. Heiko J. Luhmann, Leiter des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie. Zur Bearbeitung ihrer Fragestellung stehen den beiden Gruppen verschiedene In-vitro- und In-vivo-Modelle zur Verfügung. An einem Mausmodell der Multiplen Sklerose, der sogenannten experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis, soll die Bedeutung von Gliazellen und des zellulären kontraktilen Apparates beim Hirnschrankenversagen untersucht werden. Zudem arbeitet die am Projekt beteiligte Doktorandin, Dipl.-Biol. Jula Huppert, bereits an der Entwicklung einer Gewebe-spezifischen konditionalen Knock-out-Maus, bei der der Rezeptor für Interleukin-17 an den Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke inaktiviert werden kann.

Diese Kooperation erhielt eine einjährige Anschubfinanzierung durch das Interdisziplinäre Forschungszentrum für Neurowissenschaften (IFZN) und führte bereits zu eindrucksvollen Ergebnissen, ohne die eine Antragstellung bei der Hertie-Stiftung wenig erfolgversprechend gewesen wäre.

Im IFZN haben sich neurowissenschaftlich arbeitende Forscherinnen und Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zusammengeschlossen, die neue Erkenntnisse vor allem durch interdisziplinäre Kooperation anstreben. Die Spannbreite der Forschungsansätze umfasst dabei die Molekular- und Zellbiologie, die klinische Beobachtung und Bildgebung, die Modellierung von Gehirnprozessen wie der Sprache, die Kognitionspsychologie, die Neurophilosophie und die Bildwissenschaft.

Kontakt und Informationen:
Dr. med. Christoph R.W. Kuhlmann
Univ.-Prof. Dr. Heiko J. Luhmann
Institut für Physiologie und Pathophysiologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-26070
E-Mail: luhmann@uni-mainz.de
Univ.-Prof. Dr. Ari Waisman
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-33357
E-Mail: waisman@uni-mainz.de
Interdisziplinäres Forschungszentrum für Neurowissenschaften (IFZN)
Dr. Christine Ziegler
Tel. +49 6131 39-25794
E-Mail ziegler.ifzn@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://physiologie.uni-mainz.de/physio/luhmann/index.htm
http://www-klinik.uni-mainz.de/index.php?id=1899
http://www.ifzn.uni-mainz.de/

Weitere Berichte zu: Blut-Hirn-Schranke IFZN Neurowissenschaft Physiologie Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen
20.02.2017 | Universität zu Lübeck

nachricht Zellstoffwechsel begünstigt Tumorwachstum
20.02.2017 | Veterinärmedizinische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie