Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stuttgarter Bärtierchen fliegen ins All

10.09.2007
Zoologe der Uni-Stuttgart an Weltraum-Projekt TARDIS beteiligt

Tardigraden, besser bekannt als Bärtierchen, sind in der Lage, bei tiefsten Minusgraden jahrelang zu überleben und stecken kurzfristig auch starke Hitze weg. Auch gegenüber UV-Strahlen und radioaktiver Strahlung sind sie bestens gewappnet. Das neue Weltraumprojekt TARDIS (Tardigrades in Space Project) soll jetzt erste Erkenntnisse über das Überleben der Tiere unter den lebensfeindlichen Bedingungen des Weltalls bringen.

In dem Projekt arbeiten der Zoologe Dr. Ralph O. Schill vom Biologischen Institut der Universität Stuttgart sowie Wissenschaftler der schwedischen Kristianstad Universität, der Universität Stockholm und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln zusammen.

Bärtierchen überdauern höchst unwirtliche Bedingungen meist in einem tönnchenförmigen Ruhestadium, bei dem keine Zeichen des Lebens mehr nachweisbar sind. Doch welche Mechanismen hinter den beachtenswerten Fähigkeiten dieser kleinen Tiere stecken, ist bislang weitgehend unklar. Um dies zu untersuchen, starten vier verschiedene Bärtierchenarten, darunter auch die Art Milnesium tardigradum aus der Stuttgart Zoologie, am 14. September im Rahmen der FOTON-M3-Mission auf dem Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) mit einer Rakete in den Weltraum.

Die zähen Winzlinge sind Teil des Biopan-6-Moduls, in dem sich die biologischen Experimente befinden und das von der europäischen Weltraumagentur ESA zur Verfügung gestellt wird. Der Satellit wird sich mit dem Experiment 189 Mal um die Erde drehen, bevor die Bärtierchen nach 11,8 Tagen Weltraumerfahrung am 26. September wieder auf die Erde zurückkehren. Nach der Landung wird an der Universität Stuttgart untersucht, wie viele Tierchen den Härtetest überstanden haben und ob sie noch in der Lage sind, erfolgreich Nachwuchs zu produzieren. Weitere Untersuchungen der zellulären Schäden werden in Kooperation mit der Universität in Stockholm und Kristianstad durchgeführt.

TARDIS verfolgt das Ziel, die Fähigkeiten der Bärtierchen besser kennen zu lernen. Dabei werden die Tierchen nicht nur zum ersten Mal den extremen Bedingungen des Weltraums, sondern auch erstmals gleichzeitig dem Vakuum und der Strahlung ausgesetzt. "Sollten die Bärtierchen diese Reise, wofür vieles spricht, in ihrem Ruhezustand überleben", so Ralph Schill, "sind ihre Fähigkeiten wohl noch einzigartiger, als bislang angenommen."

Weitere Informationen bei Dr. Ralph O. Schill, Biologisches Institut, Abt. Zoologie, Tel. 0711/685-69143, Mobil 01727304726, e-mail ralph.schill@bio.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.funcrypta.de
http://www.funcrypta.de/www/news/

Weitere Berichte zu: Bärtierchen Luft- und Raumfahrt Stockholm TARDIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wegbereiter für Vitamin A in Reis
21.07.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pharmakologie - Im Strom der Bläschen
21.07.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten