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Elefantenrüsselfische sehen mit ihrem Kinn

20.08.2007
Der aus Zentralafrika stammende Elefantenrüsselfisch orientiert sich mittels schwacher elektrischer Felder, die er mit Elektrosensoren in seinem Kinn wahrnimmt.

Forscher der Universität Bonn konnten jetzt zeigen, wie gut das funktioniert: In völliger Dunkelheit können die Tiere aus der Distanz sogar tote Organismen von lebendigen unterscheiden. Die Ergebnisse sind nun online im Journal of Experimental Biology erschienen.

Das charakteristisch geformte Kinn des Elefantenrüsselfischs enthält mehr als 500 Elektrosensoren, die gewissermaßen als Auge fungieren. In seinem Schwanz steckt die dazugehörige Taschenlampe:

Über umgewandelte Muskelzellen erzeugt der Fisch damit regelmäßige elektrische Pulse von wenigen Volt Spannung. "Gleichzeitig misst er über seine Hautsensoren das elektrische Feld, das sich dabei um ihn aufbaut", erklärt der Bonner Zoologe Professor Dr. Gerhard von der Emde. Gegenstände in seiner Nähe verzerren das Feld; der Fisch erhält so ein Bild seiner Umgebung.

Von der Emde und sein Team haben getestet, was die Tiere mit ihrem Elektrosinn wahrnehmen können. Dazu stellten sie im Aquarium beispielsweise einen kleinen Würfel und eine Pyramide auf. Immer, wenn die Fische zur Pyramide schwammen, wurden sie mit einer Mückenlarve belohnt. Ihre Augen nutzten den flinken Schwimmern nichts: Die Experimente fanden unter Infrarot-Beleuchtung statt.

Dennoch schwammen die Fische in neun von zehn Fällen zielsicher zur Pyramide. Sogar mit unterbrochenen Konturen kamen sie zurecht: "Wir haben beispielsweise zwei übereinanderliegende Draht-Quadrate in ein für elektrische Felder durchlässiges Gelee eingebettet", sagt Professor van der Emde. "Die Fische erkannten darin noch immer den Würfel - sie ergänzten also ähnlich wie ein Mensch die fehlenden Konturen." Einige ihrer Fähigkeiten klingen gar nach Science Fiction:

So kann der kleine Fisch mit seinem "Rüssel" lebendige von toten Organismen aus der Distanz unterscheiden - ähnlich wie Bordarzt Pille aus der Enterprise.

Prof. Dr. Gerhard von der Emde | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

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