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Deutsch-ägyptisches Team erforscht Parasiten im Roten Meer

17.08.2007
Die Ferienzentren am Roten Meer gehören zu den Lieblingszielen von Ägypten-Urlaubern, besonders aus Deutschland.

Millionen besuchen u.a. den Badeort Hurhgada, Luxushotels machen Riesenumsätze mit Touristen. Die natürlich verpflegt werden müssen. Auf den Menuekarten immer präsent: fangfrischer Fisch aus dem Roten Meer. Was bisher noch nicht existiert: eine systematische wissenschaftliche Studie zu Fischparasiten in dieser Region.

"Das war schon schockierend: Wir fanden gleich drei Parasitenarten in einem einzigen Fisch", erinnert sich der Düsseldorfer Biologe Prof. Dr. Harry Palm. Er arbeitet am Institut für Zoomorphologie, Zellbiologie und Parasitologie (Direktor: Prof. Dr. Heinz Mehlhorn) und beschäftigt sich seit seiner Zeit am Meeresbiologischen Institut der Universität Kiel mit den Fischparasiten des Roten Meers. Dabei lernte er vor neun Jahren die ägyptische Kollegin Dr. Nahed Abdou von der Ain Shams Universität in Kairo kennen. Seit damals kooperieren die beiden Institute. Jetzt besuchte Abdou im Rahmen der Deutsch-Ägyptischen Parasitologentagung wieder Deutschland und die Heinrich-Heine-Universität. Im Reisegepäck: Präparatekästen mit neuem Untersuchungsmaterial.

Das es zu bestimmen galt. Palm, der fünf Jahre an der Universität Bogor/Indonesien als DAAD-Dozent lehrte und forschte, hat sich auf Fischparasitologie spezialisiert. Und konnte prompt zahlreiche Species anhand der mitgebrachten Präparate und Fotos bestimmen.

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Beide versuchen, eine Art Kataster der Fischparasiten im Roten Meer zu erstellen. Ca. 50 Fischarten werden derzeit kommerziell genutzt. Welche Parasiten kommen in ihnen vor? Welche sind krankheitserregend für den Menschen? Welche Teile vom Fisch müssen seziert und entfernt werden, um ihn danach problemlos verzehren zu können? Welche Fische sollten in der Hotelgastronomie nicht angeboten werden?

"Parasiten sind vorzügliche Bio-Indikatoren für Veränderungen im Ökosystem", so Dr. Abdou, "sowohl für die Fauna als auch für die Flora." So lassen sich Verschmutzungen und Umweltveränderungen feststellen. "Besonders interessant sind natürlich Wanderbewegungen von Fischbeständen zwischen Mittelmeer, Rotem Meer und Indischem Ozean", ergänzt Prof. Palm. "Die Parasiten lassen die Herkunft der Fische erkennen."

Fernziel der Wissenschaftlerin von der drittältesten ägyptischen Universität (gegr. 1950) mit fünfzehn Fakultäten und 140.000 Studenten (!) ist der Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe zum Thema Fischparasiten im Roten Meer. Gastronomie und Hotellerie, gerade in Touristenzentren wie Hurghada, haben hieran großes Interesse. Ausgebildeten Parasitologen winken zudem gut dotierte Positionen in der ägyptischen Fischindustrie.

Der nächste Deutsch-ägyptische Parasitologen-Kongress wird im März kommenden Jahres in Kairo stattfinden.

Rolf Willhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

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