Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Virenspeicher“ des HIV identifiziert

02.08.2007
Das Human-Immunschwäche-Virus scheint sich in den Mesenteriallymphknoten (Lymphknoten des Darms) angesiedelt zu haben. Eine am Tiermodell durchgeführte Untersuchung bestätigte die seit Langem gültige Vermutung eines Virenspeichers, der kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung in der Lage ist, den Organismus erneut mit zirkulierenden Viren zu versorgen.

Ein Forscherteam, unter der Leitung von Jerôme Estaquier (Forscher der Inserm Einheit U841 des Mondor Instituts für Biomedizinische Forschung und der CNRS Einheit „Physiopathologie der lentiviralen Infektionen“ des Pasteur Instituts), hat bewiesen, dass die Lymphdrüsen im Darm den größten mesenterialen viralen Speicher bilden. Dies ist selbst bei Patienten der Fall, die bereits seit 10 Jahren infiziert sind und deren Viruslast nicht nachweisbar ist.

Darüber hinaus haben die Forscher beobachtet, dass dieser Speicher nicht von der Immunantwort kontrolliert werden kann. Sie konnten ebenfalls nachweisen, dass die zytotoxischen T-CD8 Lymphozyten (zerstören die infizierten Zellen) der Mesenteriallymphknoten besonders schnell absterben. Die vom Forscherteam in den Lymphoidorganen nachgewiesenen TGF beta Zytokinen könnten für diese Anomalie der T-CD8 Lymphozyten verantwortlich sein, da diese von Makrophagen synthetisierte lösliche Substanz darauf abzielt, das Wirken der zytotoxischen Lymphozyten zu neutralisieren und deren Tod zu verursachen.

Somit eröffnen diese Forschungsarbeiten neue Therapiemöglichkeiten, die auf die Hemmung der TGF beta Zytokine oder das Überleben der T-CD8 ausgerichtet sein könnten. Ebenfalls stellen die Therapien, die direkt auf die Lymphknoten des Darms abzielen, eine Möglichkeit dar, die Ausstreuung des Virus zu steuern. Die künftigen Forschungsarbeiten werden nun darauf ausgerichtet sein, diese verschiedenen Ansätze in vivo zu testen.

Kontakt: Jerôme Estaquier, Unité Inserm 841 – Institut Mondor de Recherche Biomédicale (IMRB)
51 avenue du Mal de Lattre de Tassigny 94010 CRETEIL
@ estaquier@yahoo.fr
+33 1 49 81 36 72 / +33 1 45 68 89 15
www.inserm.fr
Quelle: Pressemitteilung des INSERM, 23.07.2007
Redakteurin: Mathilde Renault, mathilde.renault@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 126, 02. August 2007)
Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Darm Lymphknoten Lymphozyt Mesenteriallymphknoten T-CD8

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise