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Messungen an lebenden Zellen

02.08.2007
Neuer Messplatz der HTWK Leipzig ermöglicht in Zusammenarbeit mit dem BBZ der Universität Leipzig Untersuchungen an lebenden biologischen Strukturen und kann beispielsweise Tierversuche ersetzen.

Ein gemeinsames Innovationsforschungsfeld der Biohybrid-Technologie von Universität Leipzig und HTWK Leipzig wurde jetzt gestartet. Mit dabei sind das Bioelektroniklabor von Prof. Dr. Andrea A. Robitzki, Sprecherin des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums (BBZ) der Universität Leipzig und Leiterin des Lehrstuhls für Molekularbiologisch-biochemische Prozesstechnik sowie Prof. Dr.-Ing. Matthias Sturm vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der HTWK Leipzig. Die Wissenschaftler wollen einen neuen, hochsensiblen Halbleitermessplatz im Hochtechnologiebereich des BBZ etablieren, mit dem qualitativ hochwertige Grundlagenforschungen im Bereich der Biomedizin möglich sind. Die ersten Arbeiten laufen seit Anfang dieses Jahres.

"Wir können mit diesem Gerät die elektrischen Eigenschaften lebender Zellen messen", erklärt Professor Sturm. Es handelt sich dabei um einen Messplatz, mit dem Untersuchungen an lebenden biologischen Strukturen möglich werden, um deren Verhalten zu erforschen. "So können beispielsweise zukünftig Tierversuche durch neue Untersuchungsverfahren ersetzt werden", sagt Gerold Bausch, Mitarbeiter der HTWK Leipzig, der auch an der Hochschule studiert hat und inzwischen an seiner Promotion arbeitet.

Die Messungen der HTWK-Ingenieure bilden eine ideale Ergänzung zu den Forschungen am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Universität Leipzig. Die Biochemiker und Bioelektroniker können durch die Messergebnisse auf die Eigenschaften von Zellen schließen: Wie verhält sich die Zelle bei bestimmten optischen oder chemischen Reizungen? Welche Reaktionen zeigen Nervenzellen, wenn Substanzen hinzugegeben werden? Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus bezüglich Diagnostik und Therapie ziehen?

Die Präsenz der HTWK Leipzig am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum ist ein Signal für die weitere Stärkung und Vernetzung der biotechnologischen Forschung am Standort Leipzig. "Vom Molekül zum Patienten - Neue Schlüsseltechnologien in Diagnostik, Therapie und Therapiekontrolle - so lautet die Strategie, die das BBZ seit fünf Jahren in seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit verfolgt", sagt Professor Robitzki. Im Wissen um die an der HTWK Leipzig vorhandenen technologischen Kompetenzen und Expertisen wurde die Hochschule Ende 2006 eingeladen, an der Umsetzung dieser Strategie mitzuwirken.

Inzwischen hat sich eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Institutionen entwickelt. Weitere Kooperationen der HTWK Leipzig mit dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie bestehen auf dem Gebiet der dreidimensionalen Bilddarstellung nuklearmedizinischer Patientendaten. Auch mit dem Max Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften wird es eine engere Zusammenarbeit geben. Die HTWK Leipzig ist damit entscheidend daran beteiligt, das vorhandene fachliche Potenzial in der Region gezielt zu fördern und den Biotechnologiestandort Leipzig weiter zu stärken.

Nähere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Matthias Sturm (HTWK Leipzig)
Telefon: (03 41) 30 76 -11 46
E-Mail: sturm@fbeit.htwk-leipzig.de
Prof. Dr. Andrea A. Robitzki (Universität Leipzig)
Telefon: (03 41) 97 -31 241
E-Mail: andrea.robitzki@bbz.uni-leipzig.de
Silke Mühl (HTWK Leipzig), Dr. Bärbel Adams (Universität Leipzig)

Silke Mühl | idw
Weitere Informationen:
http://www.htwk-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~dmpt

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