Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wandern Immunzellen in Schwerelosigkeit anders?

18.07.2007
Wittener Forscher untersuchen mit Parabelflügen die Mechanismen der Zellbewegung
Bisherige Studien haben gezeigt, dass bei Astronauten unter Schwerelosigkeit die Immunabwehr gestört ist, was zu medizinischen Problemen führen kann.

Die Signalwege und Zellfunktionen, die dazu führen, sind immer noch unbekannt. Das Institut für Immunologie der Universität Witten/Herdecke untersucht seit Jahren die Mechanismen, welche die Zellwanderung auf der Erde steuern. "Wir haben das Kalzium im Verdacht, an der Wanderung der Immunzellen beteiligt zu sein. Es taucht bei der Wanderung in Bereichen auf, die sich ein paar Sekunden später verändern. Das wollen wir nun in der Schwerelosigkeit bei Parabelflügen überprüfen", erklärt Privatdozentin Dr. Kerstin Lang den Ansatz der Forschergruppe.

Schwerelosigkeit ist auf der Erde schwer herzustellen, ein Ausflug ins All sehr teuer. Deshalb sind Parabelflüge ein guter Kompromiss: Ein Airbus fliegt steil nach oben und lässt sich dann über die Flugzeugnase nach unten kippen. Im dann folgenden Sturzflug entsteht 22 Sekunden lang annähernde Schwerelosigkeit. Viele Wissenschaftler nutzen diese Flüge des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), um Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen.

Im September werden nun auch die Forscher vom Institut für Immunologie von Prof. Dr. Dr. Kurt Zänker fliegen. Sie haben eine spezielle "experimentelle Kiste" entwickelt, die sie mitnehmen werden. Darin wird in Echtzeit die Wanderung von Immunzellen sowie Veränderungen im Zellaufbau gefilmt. Gleichzeitig spürt ein Argon Laser Unterschiede bei der Kalziumverteilung in der Zelle auf. Die Gruppe erhofft sich dadurch neue Erkenntnisse nicht nur über die Immunabwehr von Astronauten, sondern auch für die Vorgänge am Boden.

"Wir haben gerade unsere Flugtauglichkeit bescheinigt bekommen, jetzt kann kaum noch was dazwischen kommen", fasst Privatdozentin Dr. Kerstin Lang die aktuelle Lage zusammen. Seit Dezember des vergangenen Jahres bereitet das siebenköpfige Team in einer Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich aus Magdeburg die Versuche vor. Prof. Ullrich geht in verschiedenen Projekten des DLR und der Europäischen Weltraumagentur ESA dem Problem nach, warum das Immunsystem in der Schwerelosigkeit nicht mehr richtig funktioniert.

Kontakt: PD Dr. Kerstin Lang, 02302/926-183

Bernd Frye | idw
Weitere Informationen:
http://www.cemis.info

Weitere Berichte zu: Immunologie Immunzelle Luft- und Raumfahrt Schwerelosigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kontinentalrand mit Leckage
27.03.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neuen molekularen Botenstoff bei Lebererkrankungen entdeckt
27.03.2017 | Universitätsmedizin Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie