Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrielle weiße Biotechnologie: Große Potenziale für den Standort Deutschland

25.06.2007
Deutschland ist bei der industriellen (weißen) Biotechnologie im internationalen Wettbewerb Weltspitze. Dadurch ergeben sich zukünftig enorme Innovations- und Beschäftigungspotenziale, sagt das Fraunhofer ISI.

Biotechnische Produktionsverfahren bieten enorme Potenziale für mehr Innovationen, Wachstum und Beschäftigung. Sie helfen der Industrie vor allem dabei, neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zu entwickeln und existierende zu verbessern, so eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Biotechnische Produktionsverfahren kommen insbesondere in der industriellen Verarbeitung von Naturstoffen zum Einsatz und ersetzen zunehmend fossile Rohstoffe. Damit können sie auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, weil Material- und Energiekosten und damit Umweltbelastungen gesenkt werden. Die Hoffnungen auf geringere Personalkosten oder eine Beschleunigung von Wertschöpfungsprozessen scheinen sich für die Industrie allerdings nicht zu erfüllen.

Die ISI-Studie sieht die größten Chancen für die industrielle Biotechnologie in der chemischen Industrie (u.a. Fein-/Spezialchemikalien und Bio-Kraftstoffe), in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie in der Pharmabranche. "Die Absatzmärkte der weißen Biotechnologie haben in vielen Anwenderbranchen stabile und überdurchschnittliche Wachstumsraten", sagt ISI-Projektleiter Dr. Michael Nusser. Entsprechend hoch sind die zukünftigen Beschäftigungspotenziale: Mehrere hunderttausend Arbeitsplätze, vor allem in wichtigen Anwenderbranchen und deren vorgelagerten Zulieferindustrien (z.B. Maschinen- und Anlagenbau), sind laut Nusser realistisch - allerdings erst mittel- bis langfristig, weil sich die industrielle Biotechnologie nur allmählich verbreitet.

Deutschland hat eine große Chance, in der industriellen weißen Biotechnologie eine Spitzenposition einzunehmen. Experteneinschätzungen sowie Patent- und Publikationsanalysen des Fraunhofer ISI zeigen, dass vor allem die starke technologische Wissensbasis mit einer gut ausdifferenzierten Forschungsinfrastruktur und gut ausgebildeten Arbeitskräften eine ausgezeichnete Basis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sind. Ebenfalls positiv zu bewerten ist die öffentliche Akzeptanz, die gute Vernetzung der Innovationsakteure sowie international sehr erfolgreiche industrielle Anwenderbranchen wie etwa die Chemiebranche.

Die Studie sieht allerdings auch einige Schwächen und Risiken: Die Koordination der Politik ist unzureichend, es gibt zu wenig Demonstrationsanlagen, die Risiko- und Investitionsbereitschaft in der Industrie ist gering und beim qualifizierten Personal drohen künftig erhebliche Engpässe. Statt punktuellen Maßnahmen fordern die ISI-Experten deshalb eine Gesamtstrategie, die alle Erfolgsfaktoren sowie deren Vernetzung aufeinander abstimmt und fördert.

Die Gesamtstudie "Potenzialanalyse der industriellen, weißen Biotechnologie" im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist als Download verfügbar unter
www.innovationsanalysen.de/de/download/endbericht_weisse_biotechnologie
_final.pdf
Kontakt:
Dr. Michael Nusser
Telefon: 0721 / 6809 - 336
E-Mail: michael.nusser@isi.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm
http://www.innovationsanalysen.de/de/download/endbericht_weisse_biotechnologie_final.pdf

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Potenzial Vernetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden
06.12.2016 | Universität Osnabrück

nachricht Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert
06.12.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften