Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

JAGO und POLARSTERN, ein unschlagbares Team auf Korallenexpedition im Nordmeer

19.06.2007
Deutschlands kleinstes Forschungsschiff, das bemannte Tauchboot JAGO des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel hat auf seinem tausendsten Tauchgang das Röst-Riff besucht.

Es ist das größte bisher bekannte Kaltwasserkorallenriff südlich der norwegischen Lofoten-Inseln und liegt 350 Meter unter der Meeresoberfläche. Die Wissenschaftler untersuchen mit Hilfe des Tauchbootes die geologischen Strukturen im Untergrund der Riffe.

Das JAGO-Team mit Logistikerin Karen Hissmann und Pilot Jürgen Schauer vom IFM-GEOMAR verweist mit Stolz auf das makellose Funktionieren ihres Tauchbootes, das während seiner 1000 Tauchgänge bereits viele exotische Ziele ansteuern konnte. Die vor wenigen Jahren entdeckten Kaltwasserkorallenriffe erstrecken sich als ein breites Band entlang des nordwest-europäischen Kontinentalrandes. Die tiefen Riffe vor Nordnorwegen sind die bisher nördlichsten Vorkommen von Kaltwasserkorallen und sind erst nach der letzten Eiszeit entstanden. Sie weisen eine hohe biologische Artenvielfalt auf, werden von zahlreichen Fischarten bewohnt. Sie wurden kürzlich regional unter Schutz gestellt, damit sie nicht von der Schleppnetz-Fischerei zerstört werden. Riffbildende Kaltwasserkorallen leben in Tiefen zwischen 60 und 2000 Metern und bevorzugen Erhebungen, die den Meeresströmungen besonders stark ausgesetzt sind. Sie ernähren sich überwiegend von Plankton, das in den kalten nährstoffreichen Gewässern des Nordatlantiks in großer Dichte vorhanden ist. Im Gegensatz zu den tropischen Warmwasserkorallen beherbergen sie in ihrem Gewebe keine Algen, die mit Hilfe des Sonnenlichtes Nährstoffe produzieren und an die Koralle weitergeben.

"Die fragilen Riffe können mit der notwendigen Genauigkeit und Sorgfalt sehr gut von einem für wissenschaftliche Arbeiten ausgestatteten Forschungstauchboot dokumentiert und beprobt werden", sagt Dr. Michael Klages vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, der gemeinsam mit seinen Kollegen von der Jacobs-Universität in Bremen wichtige Teile des EU-Projektes HERMES leitet. HERMES widmet sich der Erforschung reichhaltiger und weitgehend unbekannter Ökosysteme entlang der europäischen Kontinentalränder vom Nordatlantik bis ins Mittelmeer.

... mehr zu:
»IFM-GEOMAR »JAGO »Ozean »Polarstern »Riff »Tauchboot

Die JAGO ist huckepack unterwegs auf Deutschlands größtem Forschungsschiff, dem Eisbrecher Polarstern, Flaggschiff des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. JAGO hat von Bord der Polarstern bereits 16 Tauchgänge in die Korallenriffe unternommen. Polarstern hat sich am 29. Mai 2007 zu ihrer ersten Arktisexpedition im Rahmen des jetzt angelaufenen vierten Internationalen Polarjahres aus Bremerhaven verabschiedet. Nach Nordnorwegen wird sie im Laufe dieses Sommers auch den Arktischen Ozean und die Schelfmeere nördlich Sibiriens besuchen. An der Untersuchung der Korallenriffe vor Nordnorwegen nehmen deutsche, norwegische, belgische, britische und portugiesische Forscherinnen teil.

Prof. Dr. Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Institutes und gegenwärtig Expeditionsleiter auf Polarstern lobt die gute Teamarbeit mit JAGO. "Wenn die deutschen Meeresforschungseinrichtungen ihre moderne Instrumentierung in gemeinsamen Vorhaben erfolgreich einsetzen, bringen wir weltweit Aufsehen erregende wissenschaftliche Spitzenleistungen zustande."

Hinweise für Redaktionen:
Ihre Ansprechpartnerinnen in den Pressestellen sind Dr. Angelika Dummermuth am Alfred-Wegener-Institut (Tel. 0471/4831-1742, E-Mail: medien@awi.de) und Mona Botros, Dipl.-Journ., M. Sc. am IFM-GEOMAR in Kiel (Tel. 0431 600 - 2807, E-Mail: mbotros@ifm-geomar.de). Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg. Druckbare Bilder finden Sie auf unserer Webseite unter:
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=presse
Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel ist Mitglied im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und im Kieler Exzellenz-Cluster "Ozean der Zukunft". Im internationalen Rahmen kooperiert das Institut mit vielen Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung und ist Mitglied in der "Partnership for Observation of the Global Oceans" (POGO).

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=presse
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/

Weitere Berichte zu: IFM-GEOMAR JAGO Ozean Polarstern Riff Tauchboot

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zellen auf Wanderschaft: Falten in der Zellmembran liefern Material für nötige Auswölbungen
23.11.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Neues Verfahren zum Nachweis eines Tumormarkers in bösartigen Lymphomen
23.11.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung