Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksamkeit regionaler Tiefenhyperthermie in Phase-III-Studie belegt

11.06.2007
Kooperation zwischen GSF und Klinik verbessert Perspektiven für Sarkom-Patienten

Hyperthermie in Kombination mit Chemotherapie verbessert die Heilungs- und Überlebenschancen von Patienten mit tiefliegenden Weichteilsarkomen. Auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago, die vergangene Woche zu Ende ging, stellte der GSF-Wissenschaftler Prof. Dr. Rolf D. Issels die Ergebnisse der weltweit ersten randomisierten Phase-III-Studie vor, mit der die Wirksamkeit und Überlegenheit der kombinierten Behandlungsmethode im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie belegt wird.

Die Studie an über 300 Hochrisikopatienten mit tief lokalisierten Sarkomen zeigt eine signifikante Verbesserung des Tumoransprechens und des krankheitsfreien Überlebens bei denjenigen Patienten, die zusätzlich zur operativen Entfernung des Sarkoms mit einer Kombination aus Chemotherapie und regionaler Tiefenhyperthermie behandelt wurden. Bei einem Großteil der Patienten wurde diese Kombinationstherapie bereits vor der Operation begonnen.

Die viel beachtete Studie ist ein Ergebnis der Klinischen Kooperationsgruppe "Hyperthermie", die seit 1999 zwischen dem GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München-Neuherberg und dem Klinikum Großhadern der Universität München besteht. Ihr Forschungsspektrum reicht von der klinischen Untersuchung der Tiefenhyperthermie für die Krebstherapie bis hin zur biologischen Forschung auf dem Gebiet der Immunbiologie und Zellbiologie. Der Leiter der Klinischen Kooperationsgruppe "Hyperthermie", Prof. Dr. Rolf Issels, hat bereits Mitte der 80-er Jahre bei der GSF mit Arbeiten zum Nutzen der regionalen Tiefenhyperthermie für die Krebstherapie begonnen. Als Modelltumoren dienten von Anfang an Weichteil- und Knochentumoren, die vom Bindegewebe ausgehen und als Sarkome bezeichnet werden. Die Wissenschaftler interessierte - neben den zugehörigen biologischen Forschungsaspekten - vor allem die Frage, wann bestimmte Sarkome durch die Kombination von Hyperthermie mit anderen Therapieformen besser behandelbar sind.

Bei der regionalen Tiefenhyperthermie werden Tumoren mit Hilfe elektromagnetischer Wellen auf 40 bis 44 Grad Celsius erwärmt. Bei Temperaturen ab 42 Grad beginnen die Zellen hitzebedingt abzusterben. Die an der GSF und am Klinikum Großhadern entwickelte Kombinationstherapie macht sich das Phänomen zunutze, dass Tumorzellen ab 40 Grad angreifbarer sowohl für Abwehrprozesse des Immunsystems als auch für Strahlen- und Chemotherapie werden.

Die in den vergangenen Jahren bei der Behandlung von Sarkomen gewonnenen Erkenntnisse haben die Forschergruppe ermutigt, ihren Ansatz auch auf andere Tumorformen zu übertragen. Derzeit wird im Rahmen eines Modellvorhabens "Teilkörperhyperthermie" untersucht, ob die Kombination von Chemo- und Radiotherapie mit Hyperthermie auch bei Dick- und Enddarmkrebs sowie Pankreaskarzinom zu besseren Behandlungsergebnissen führt. Zur Förderung des Modellvorhabens wurde unter der Leitung der GSF zwischen der Klinischen Kooperationsgruppe Hyperthermie am Klinikum Großhadern und der Berliner Charité ein "Virtuelles Institut der Exzellenz" eingerichtet, das zunächst für drei Jahre über den Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gefördert wird.

Der Wissenschaftlich - Technische Geschäftsführer der GSF Prof. Dr. Wess sieht durch diese Erfolge die Strategie der translationalen Forschung bestätigt: "Das Konzept der Forschung in Kooperationsgruppen gemeinsam mit klinischen Partnern und die Einrichtung Klinischer Forschungsplattformen ist eine wesentliche Voraussetzung für die rasche Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt."

Kontakt zur GSF- Pressestelle:
GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Kommunikation
Tel: 089 3187-2460
Fax 089 3187-3324
E-Mail: oea@gsf.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2007/hyperthermie.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie
22.02.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Erster Atemzug prägt Immunsystem nachhaltig
22.02.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften