Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz von Geldautomaten gegen Sprengung mit explosionsfähigem Gemisch

11.06.2007
Seit einigen Jahren hat die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten in Bank- und Sparkassenfilialen erheblich zugenommen. Dabei verwenden die Täter unter anderem explosionsfähige Gasgemische, die vor Ort unter hohem Risiko aus den Einzelgasen hergestellt und in die Automaten geleitet werden.

Die Gasexplosionen in den Tresoren der Geldautomaten sind schwer zu kontrollieren und haben eine erhebliche Zerstörungskraft. Oftmals entstehen hohe Sachschäden durch demolierte oder ausgebrannte Filialräume, zerstörte Geldautomaten und erbeutetes Bargeld. Weiterhin erlitten Täter in einigen Fällen schwere Verletzungen, weil sie die Stärke der Explosion unterschätzten oder sich das explosive Gemisch zu früh entzündete.

Um die Geldautomaten gegen solche Angriffe zu sichern, hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) im Auftrag der VdS systematische Sprengversuche mit verschiedenen Typen von Geldautomaten auf dem BAM-Versuchsgelände in Horstwalde (Brandenburg) vorgenommen. Hier gibt es - einmalig in der Bundesrepublik Deutschland - die Möglichkeit, Sprengversuche mit Gasen durchzuführen. Bei den Tests kamen solche Gasgemische zum Einsatz, die in der Vergangenheit auch von Tätern eingesetzt wurden. Die Geldautomaten wurden zuvor mit Druck- und Temperatursensoren ausgerüstet, um die Wirkung der Explosionen auf das Material der Geldtresore zu messen. Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitsvideoaufnahmen konnte das Materialversagen genau analysiert werden.

Als konstruktive Schutzmaßnahmen, um zukünftig Sprengungen von Geldautomaten zu verhindern, sind eine veränderte Bauweise der Tresorschränke oder der Einsatz von Gassensoren zur Alarmauslösung denkbar.

... mehr zu:
»Geldautomat »Sprengung »VdS

Die BAM und VdS planen, im Interesse einer zukünftigen Vermeidung von Personen- und Sachschäden weiter auf diesem speziellen Gebiet der öffentlichen Sicherheit zusammenzuarbeiten. Neben weiteren praktischen Untersuchungen sollen konstruktive Anpassungen an das beschriebene Risiko mit den Herstellern der Wertbehältnisse diskutiert werden.

Erste VdS-anerkannte Sicherungsmaßnahmen werden in Kürze erwartet; hier: ein Einfärbesystem, das durch eine unlösliche Markierung der Geldscheine die Verwendung des Geldes für die Täter deutlich erschwert, wenn nicht unmöglich macht. Eine Prüfvereinbarung, die die Anforderungen an Wertbehältnisse beschreibt, um gegen Gasangriffe aufgrund konstruktiver Verbesserungen zu bestehen, wurde bereits auf der diesjährigen Einbruchdiebstahl-Fachtagung von VdS am 30. und 31.5.2007 vorgestellt.

Kontakt: Dr. rer. nat. Volkmar Schröder
BAM-Fachgruppe II.1 Gase, Gasanlagen
Telefon: +49 30 8104-3440, Telefax: +49 30 8104-1217
E-Mail: volkmar.schroeder@bam.de

Dr. Ulrike Rockland | idw
Weitere Informationen:
http://www.bam.de

Weitere Berichte zu: Geldautomat Sprengung VdS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften