Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bedeutender wissenschaftlicher Durchbruch bei der Stammzelleinlagerung

01.06.2007
Wissenschaftler der Forschungsabteilung der Cryo-Save Group NV haben zusammen mit der Universität Köln (DE) eine neue, wissenschaftlich bestätigte Methode zur Gewinnung von adulten mesenchymalen Stammzellen ("MSCs") aus der Auskleidung von Nabelschnurgewebe entwickelt. Dieser revolutionäre neue Ansatz ermöglicht die Gewinnung und Kryokonservierung sehr grosser Mengen an wertvollen mesenchymalen Stammzellen ohne operativen Eingriff.

Mesenchymale Stammzellen (MSCs) weisen ein grosses therapeutisches Potential auf, da sie in der Lage sind, sich selbst zu erneuern und sich in eine Vielzahl von Gewebearten zu differenzieren. MSCs zeigen mehr "Plastizität" als hämatopoetische Stammzellen(HSCs) und decken deshalb eine sehr viel breitere Palette an möglichen therapeutischen Anwendungen ab. Auch gibt es sehr viel mehr Zellen dieses Typs in der Nabelschnur als HSCs im Nabelschnurblut. Bis heute wurde MSCs üblicherweise aus Knochenmark gewonnen. Aber die Häufigkeit und das Differenzierungspotential der MSCs fallen mit zunehmendem Alter deutlich ab, und es ergeben sich auch bedeutende Vorteile aus einer Gewinnung und Kryokonservierung bei der Geburt.

Die Forschungsabteilung von Cryo-Save konnte erfolgreich MSCs aus Nabelschnurgewebe isolieren. Cryo-Save ist der Überzeugung, dass diese neue Methode die erste verfügbare Möglichkeit darstellt, MSCs ohne Verwendung von invasiven, operativen Techniken zu gewinnen. Da MSCs einfach aus der Nabelschnur zu gewinnen sind und ein hohes Differenzierungspotential aufweisen, halten es die Direktoren für wahrscheinlich, dass diese Zellen zu den ersten Stammzellarten mit klinischer Anwendung gehören werden. Deshalb ist die Gewinnung von MSCs aus der Nabelschnur und deren Langzeitkonservierung möglicherweise von grosser Bedeutung für therapeutische Stammzellanwendungen.

"Die Einlagerung von MSCs aus der Nabelschurauskleidung hat das Potenzial zur Erweiterung der zukünftigen zelltherapeutischen Anwendung. Wir wissen bereits, dass Nabelschnurblut Stammzellen enthält, die in viele Arten von Gewebe, einschliesslich Hirn-, Leber- und Nervengewebe, umgewandelt werden könnten. MSCs stellen eine der wichtigsten Quellen von somatischen Zellen dar und weisen ein enormes klinisches Potenzial auf. Deshalb ist deren Einsatz im Rahmen von Gewebetherapien, Gewebemodifizierung und Gentherapie wahrscheinlich.

Wir freuen uns darauf, die Nabelschnur-MSCs für diese Anwendungen weiter zu bestätigen", so Colin McGuckin, Professor of Regenerative Medicine an der University of Newcastle (GB).

"Wir werden in den Ländern, in denen ein geeigneter Rahmen von Seiten der Aufsichtsbehörden dies zulässt, ab dem 1. August 2007 die Gewinnung und Einlagerung von MSCs anbieten. Heute sind wir der Überzeugung, dass wir das erste Unternehmen auf der Welt sind, dass diese neue Dienstleistung Eltern in bis zu 36 Ländern anbieten kann" so Marc Waeterschoot, CEO Cryo-Save Group.

Die Gewinnung eines Teils der Nabelschnur erfolgt nach der Entbindung und birgt wenige Risiken. Ein Spezialtransportbehälter mit Temperaturkontrolle wird Eltern, die sich dafür entscheiden, die MSCs ihrer Kinder für eine mögliche spätere Verwendung einzulagern, zur Verfügung gestellt werden. Nach dem Auftauen können die MSCs erfolgreich unter Verwendung der neuen, von Cryo-Save entwickelten Techniken in Kulturen angezüchtet werden, wodurch sich die potenzielle Anzahl der für zukünftige Therapien verfügbaren Stammzellen sehr erhöhen lässt.

Informationen zu Cryo-Save

Die holländische Holdinggesellschaft Cryo-Save ist mit über 55.000 eingelagerten Proben die führende Bank für Familien-Nabelschnurblut-Stammzellen in Europa. Cryo-Save beteiligt sich an keinerlei Vermarktung oder Manipulierung von Stammzellen für therapeutische Zwecke und lagert nur adulte Stammzellen. Cryo-Save bietet seine Dienstleistungen in 36 Ländern auf drei Kontinenten (Europa, Asien, Afrika) an. Cryo-Save besitzt oder hat Zugriff auf in Betrieb befindliche Labor- und Lagereinrichtungen in Belgien, Dubai und Deutschland. Cryo-Save ist ein Gründungsmitglied der International Tissue Engineering Research Association (Itera), ein internationales Forum für Wissenschaftler und Forscher, die sich auf Stammzellen und Gewebereparatur spezialisiert haben. Cryo-Save wurde zusammen mit 5 Universitäten in Europa und dem Fraunhofer-Institut ausgewählt, Grundlagenforschung im Bereich der Kryokonservierungstechniken für Stammzellen in einem von der EU geförderten Rahmenprogramm mit dem Namen CRYSTAL durchzuführen.

Peter Tulkens | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.cryo-save.com

Weitere Berichte zu: Kryokonservierung MSCs Nabelschnur Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit grüner Chemie gegen Malaria
21.02.2018 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Vom künstlichen Hüftgelenk bis zum Fahrradsattel
21.02.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics