Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolg in der Krebsforschung am Tierspital Zürich

21.05.2007
Forscher der Vetsuisse-Fakultät Zürich haben ein Enzym entdeckt, das als natürlicher Schutzschild gegen oxidativen Stress wirkt. Oxidativer Stress ist eine der Hauptursachen für Krebs, Herzinfarkt und andere schwere Krankheiten.
Die Arbeit von Prof. Ulrich Hübscher ist in "Nature" online publiziert worden.
Oxidativer Stress ist die Ursache vieler gravierender Krankheiten bei Mensch und Tier wie Krebs, Alzheimersche Krankheit, Arteriosklerose, Immunschwächen, Entzündungen, Diabetes und vorzeitiges Altern. Der oxidative Stress tritt ein, wenn der Körper einem Übermass an elektrisch geladenen, aggressiven Sauerstoffverbindungen ausgesetzt ist.

Die aggressiven Sauerstoffverbindungen bilden sich normalerweise bei der Atmung und weiteren Stoffwechselprozessen, sowie bei Dauerstress, sehr grossen körperlichen Belastungen, durch UV-Licht, Röntgenstrahlen, Umweltgifte sowie Tabak- und Alkoholkonsum. Ist der Sauerstoff-Stress aus einem oder mehreren der genannten Gründe zu gross, überlastet er den natürlichen Schutzschild des Körpers und die aggressiven Sauerstoffverbindungen zerstören das genetische Material, die DNA.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Ulrich Hübscher vom Institut für Veterinärbiochemie und Molekular-biologie der Vetsuisse-Fakultät Zürich hat nun in einer Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien in Italien und Frankreich ein Gen entdeckt, das an diesem Schutzschild beteiligt ist. Das Enzym DNA-Polymerase-Lambda kann die Sauerstoffschäden minimieren, wie Prof. Hübscher in "Nature" berichtet. Man schätzt, dass in gesunden Zellen immer etwa 1000 so genannte schädliche 8-oxo-Guaninbasen-Veränderungen in der DNA vorhanden sind. In Krebszellen misst man bis zu 100000 solcher 8-oxo-Guaninbasen-Veränderungen.

Prof. Hübscher hat nun nachgewiesen, dass die DNA-Polymerase-Lambda zusammen mit zwei weiteren zellulären Proteinen die 8-oxo-Guanin-Veränderungen bei der Replikation so kopiert, dass die Schädigung nicht wiederholt wird. "In der Zelle muss also ein genauer DNA-Reparatur-Mechanismus vorhanden sein, der Tausende von 8-oxo-Guaninen ohne die schadhaften Veränderungen kopiert und somit die schlimmen Konsequenzen der 8-oxo-Guanin-Schäden im Normalfall drastisch vermindert", erklärt Prof. Hübscher. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die DNA-Polymerase-Lambda einen Schutzschild gegen die aggressiven Sauerstoffradikale bildet.

Prof. Ulrich Hübscher hofft, dass diese sehr wichtige Grundlagenarbeit therapeutisch genutzt werden kann. "Unsere Forschungsresultate bilden die Grundlage dafür, den Schutzschild gegen oxidativen Stress zu verbessern, um so den Organismus besser vor oxidativen Schäden schützen zu können." Er erwartet, dass dadurch neue und vor allem schonendere Ansätze in der Krebstherapie sowie neue klinische Tests zur Früherkennung gewisser Krebsarten entwickelt werden.

Der Forschungserfolg ist darauf zurückzuführen, dass die Vetsuisse-Fakultät Standort Zürich seit mehreren Jahren die Krebsforschung als Schwerpunkt bearbeitet. 12 Forschungsgruppen aus ver-schiedenen Instituten und Kliniken arbeiten mit sehr grossem Drittmittelanteil in der Erforschung des Krebses.

Kontakt:

Prof. Ulrich Hübscher, Institut für Veterinärbiochemie und Molekularbiologie, Vetsuisse-Fakultät Zürich, Universität Zürich
Tel: +41-44-635 54 72
E-Mail: hubscher@vetbio.uzh.ch

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.mediadesk.unizh.ch/flash/animation.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten
29.06.2017 | Paul Scherrer Institut (PSI)

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive