Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technik ermöglicht vollständige Erbgutanalyse in 24 Stunden

11.03.2002


Schnellanalyse des menschlichen Genoms in frühestens drei Jahren auf dem Markt

Wissenschaftler der University of Houston haben sich ein Verfahren patentieren lassen, das es ermöglichen soll, das menschliche Erbgut innerhalb von 24 Stunden zu entschlüsseln. Dafür benötigten Hunderte Forscher bis dato beinahe zehn Jahre. Mit Hilfe der Schnellanalyse sollen Risikofaktoren für genetische Erkrankungen oder Aversionen gegen Medikamente festgestellt werden. Noch arbeitet das Team um die Biochemikerin Susan Hardin an der technologischen Entwicklung. Mit einem kommerziellen Gerät sei in drei bis fünf Jahren zu rechnen.

"Würde man heute mit der bestehenden Technologie das menschliche Genom vollständig entschlüsseln, würde dies drei bis vier Jahre dauern", so Hardin. Um das menschliche Erbgut zu sequenzieren, muss die Reihenfolge der mehr als drei Mrd. Basen-Bausteine der DNA ermittelt werden. Zu diesem Zwecke werden die Bausteine der DNA-Doppelstränge in Einzelstränge zerlegt. Mit dem Enzym DNA-Polymerase wird erneut ein komplettes Doppelstrang-Molekül, eine Kopie, hergestellt. Das Enzym baut die Basenbausteine zusammen, deren Reihenfolge sich computerunterstützt ermitteln lässt.

Der von Hardin und Kollegen entwickelte Prozess beinhaltet die gentechnische Veränderung der DNA-Polymerase. Dadurch soll es gelingen, mehrere zeitintensive Arbeitsschritte bei der Sequenzierung zu umgehen. "Theoretisch könnte die Polymerase direkt als molekularer Sensor tätig sein, der dem Computer sofort nach dem Ablesen einer Base ein Signal sendet", so Hardin. An der technischen Umsetzung, mit der das Unternehmen Visigen Biotechnologies beauftragt wurde, wird noch gefeilt.

Mit einer schnellen Genom-Analyse sollen auch maßgeschneiderte medizinische Behandlungen und Präventionsstrategien, die direkt auf die genetische Aufmachung einer Person abgestimmt sind, ermöglicht werden. "Es gibt verschiedene genetische Erkrankungen, die durch Ernährung und Umweltbedingungen verstärkt werden", erklärte die Biochemikerin. Sei man in der frühen Kenntnis eines Gens, das eine Krankheit auslöst, könnte man sofort Präventiv-Maßnahmen ergreifen. So sei es möglich, medikamentöse Behandlungen zu umgehen und einzig die Ernährung umzustellen. Jene, die Medikamente benötigen, könnten durch die Analyse des eigenen Genoms, zu wirksameren Therapien gelangen - wiederum durch die einzigartige Reaktion auf gewisse Pharmazeutika.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.uh.edu/admin/media/nr/032002/netech.html

Weitere Berichte zu: Biochemikerin Ernährung Genom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Spot auf die Maschinerie des Lebens
23.08.2017 | Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen

nachricht Immunsystem kann durch gezielte Manipulation des Zellstoffwechsels reguliert werden
23.08.2017 | Medical University of Vienna

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie