Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vier Gene für die Ausbreitung von Brustkrebs entscheidend

12.04.2007
Deaktivierung verhindert Krebswachstum und Metastasen

Wissenschafter des Memorial Sloan-Kettering Cancer Center sind der Lösung des Rätsels, warum Brustkrebs meistens tödlich endet, einen Schritt näher gekommen. Das Team um Joan Massague identifizierte vier Gene, die gemeinsam für die Ausbreitung des Krebses in die Lunge verantwortlich sind. Werden alle vier Gene deaktiviert, wird die Fähigkeit von Brusttumoren sich auszubreiten laut Tests mit Mäusen drastisch verringert. Die Forscher schreiben in Nature, dass sie derzeit klinische Tests mit Medikamenten planen, die auf zwei der vier entscheidenden Gene abzielen.

Die Fähigkeit zur Bildung von Metastasen macht Krebs zu einer potenziell tödlichen Erkrankung. Metastasen bilden sich meist in den letzten Stadien des Krankheitsverlaufs. Durch Experimente fand Massague vier der Gene, die Proteine produzieren und sich verbinden, um den Krebszellen den Eintritt in den Blutkreislauf und damit auch das Erreichen der Lungen zu ermöglichen. Das Ausschalten jedes dieser Gene bei menschlichen Krebszellen, die Mäusen implantiert wurden, hatte eine geringe Auswirkung auf das Krebswachstum und die Metastasen. Die Deaktivierung aller vier Gene gleichzeitig, beendete den Tumorwachstum und die Ausbreitung fast sofort. Die normalerweise zu beobachtende Anhäufung von Blutgefäßen in einem Tumor wurde ebenfalls entscheidend verringert.

Das Injizieren von Krebszellen mit vier deaktivierten Genen in den Blutkreislauf der Tiere ermöglichte zusätzlich den Nachweis, dass diesen Zellen die Fähigkeit fehlte in das Lungengewebe zu gelangen. Die Medikamente Cetuximab und Celecoxib verringerten gemeinsam ebenfalls das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren. Über klinische Tests mit Patienten wird derzeit laut BBC verhandelt. Laut Massague sei die Kombination der beiden Medikamente für den Behandlungserfolg entscheidend. "Damit ist bewiesen, dass die gemeinsame Deaktivierung dieser Gene die Metastasenbildung beeinflussen wird." Die Wissenschafterin sucht derzeit nach den Genen, die die Metastasenbildung in anderen Bereichen des Körpers wie dem Gehirn und den Knochen fördern. Zusätzlich will sie herausfinden, ob die gleichen oder ähnliche Gene für die Ausbreitung anderer Krebsarten wie Darmkrebs von Bedeutung sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mskcc.org

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Deaktivierung Gen Krebszelle Medikament Metastase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der erste Blick auf ein einzelnes Protein
18.01.2017 | Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart

nachricht Unterschiedliche Rekombinationsraten halten besonders egoistische Gene im Zaum
18.01.2017 | Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik