Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mutation eines einzelnen Gens bestimmt Größe von Hunden

10.04.2007
Alle kleinen Hunde verfügen über eine Variante von IGF1

Was haben Chihuahuas, Terrier und Pekinesen abgesehen von ihrer Größe gemeinsam? Die Antwort ist: eine Mutation eines einzelnen Gens. Diese Mutation, die sich in einem der wichtigsten Gene zur Regulierung des Wachstums befindet, ist so verbreitet, dass sie in den frühen Tagen der Domestizierung von Hunden vorhanden gewesen sein muss. Wissenschafter des National Human Genome Research Institute untersuchten bei Portugiesischen Wassserhunden genetische Varianten in einem kleinen Bereich des Genoms 15. Diese Tiere sind für ungewöhnliche Unterschiede in der Größe bekannt. Es zeigte sich, dass kleinere Hunde dazu neigten über eine bestimmte Variante des Gens IGF1 zu verfügen. Hunde mit dieser Variante oder diesem Allel verfügten auch in ihrem Blut über weniger IGF1. Details der Studie wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.

Als die Forscher andere Hundearten untersuchten, zeigte sich die gleiche genetische Variante bei allen kleinwüchsigen Tieren. Kaum jedoch konnte sie bei größeren Arten wie Bernhardinern, irischen Wolfshunden oder Deutschen Doggen gefunden werden. Laut Ostrander funktioniert IGF1 sehr ähnlich wie das Verkleinern oder Vergrößern beim Kopierer. Viele andere Gene müssen die Größe eines Tieres ebenfalls beeinflussen. Das Allel für die Kleinwüchsigkeit ist auch bei einigen großen Hunderassen wie Doggen und Rottweilern verbreitet. Der Nachweis allein liefere jedoch nicht die ganze Erklärung. "Es kann bei großen Hunden toleriert werden, so lange eine Konstellation anderer Faktoren es unter Kontrolle hält."

Da Doggen und Terrier in den archäologischen Aufzeichnungen bereits vor 10.000 Jahren auftauchen, muss die genetische Variante zumindest auch so alt sein. Bei Wölfen, den nächsten wilden Verwandten der Hunde, ist sie nicht bekannt. "Entweder wählten die Menschen einen kleinen Wolf aus, den es heute nicht mehr gibt oder sie fanden eine kleine Hundevariante, die allgemein angenommen wurde", erklärte der Genetiker und Mitautor Gordon Lark von der University of Utah. Die aktuelle Studie liefert laut New Scientist erstmals Hinweise darauf, wie Gene miteinander interagieren, um etwas so kompliziertes wie die Körpergröße zu beeinflussen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.genome.gov
http://www.utah.edu

Weitere Berichte zu: Gen Hunde IGF1 Mutation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie