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Laboranalysen mit Laserlicht

03.04.2007
Gesundheits-Check beim Arzt: Der Patient bekommt Blut und Urin abgenommen. Die Proben gehen dann in ein Labor, wo sie zum Beispiel auf das Vorhandensein bestimmter Proteine untersucht werden. Solche Laboranalysen sollen in Zukunft genauer, schneller und kostengünstiger werden. Dieses Ziel hat sich ein Wissenschaftlerteam von der Uni Würzburg gesetzt.

Die Forschergruppe um Dr. Sebastian Schlücker vom Institut für Physikalische Chemie hat dazu mit Kollegen aus Chemie und Medizin ein neuartiges Verfahren entwickelt: Winzig kleine Partikel aus Edelmetallen wurden so verändert, dass sie ganz gezielt an Proteine, DNA oder andere Zielmoleküle andocken. Werden sie dann mit Laserlicht bestrahlt, geben sie charakteristische Streusignale ab, die sich messen lassen.

Der Vorteil: Bei diesem Verfahren kann man eine zu analysierende Probe gleich mit mehreren Partikeln zusammenbringen, die jeweils unterschiedliche Moleküle enttarnen. "Das spart Zeit und Geld", sagt Schlücker, "weil sich in der Probe in einem Aufwasch zum Beispiel viele verschiedene Proteine analysieren lassen". Außerdem ist das Verfahren quantitativ. Es weist die gesuchten Moleküle also nicht nur nach, sondern erfasst auch ihre Menge.

Die Technologie wurde zum Patent angemeldet und eignet sich auch für andere Einsatzfelder. Etwa für die Suche nach krankheitserregenden Mikroorganismen in Kliniken oder für die Analyse von Krebsgeschwulsten. Tumore haben oft sehr spezielle Eigenschaften, die im Labor anhand von Gewebeproben ermittelt werden. Das Ergebnis dieser Untersuchungen bestimmt wesentlich mit, welche Therapie die beste ist. Das Verfahren, das Schlücker und sein Team entwickelt haben, könnte auch Tumoranalysen noch genauer machen.

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»Laboranalyse »Laserlicht »Probe »Protein

Um ihre innovative Methode zur Marktreife zu entwickeln, planen Schlückers Mitarbeiter Manuel Bauer, Bernd Küstner und Max Schütz nun die Gründung eines Unternehmens. Sie wollen ihm den Namen Raman BioMed geben, weil ihr Nachweisverfahren auf der Raman-Spektroskopie beruht. Diese Technik ist nach dem indischen Physiker C. V. Raman benannt, der für seine Arbeiten 1930 den Nobelpreis für Physik erhielt.

Die Firmengründer werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 100.000 Euro unterstützt, und zwar im Rahmen von Exist-Seed. Dieses Programm zielt darauf ab, Unternehmensgründungen aus Hochschulen zu fördern. Daher wird das Gründerteam jetzt an einem Businessplan-Wettbewerb teilnehmen.

Weitere Informationen: Dr. Sebastian Schlücker, T (0931) 888-6338, E-Mail: sebastian.schluecker@uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

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