Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geklonte Mäuse neigen zur Fettsucht

04.03.2002


Erwachsene Klone haben erhöhten Anteil an Körperfett

Wissenschaftler der University of Cincinnati haben nachgewiesen, dass geklonte Mäuse im Erwachsenenalter Übergewicht entwickeln. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Medicine (Vol.8, Nr.3, S. 262 - 267) schreiben die Forscher, dass die geklonten Mäuse nicht nur größer als normale Mäuse waren, sondern auch einige Merkmale von Übergewicht zeigten. Dazu zählten ein signifikant erhöhter Anteil von Körperfett sowie ein erhöhter Insulin- und Leptinspiegel im Blut. Es handelt sich dabei aber nicht um eine durch das Klonen verursachte Genmutation, denn die Krankheit wird nicht vererbt. Forscher vermuten, dass die Spenderzellen selbst oder die Transfermethode mit der Entwicklung des Übergewichts in Zusammenhang stehen.

Das Team um Randall R. Sakai vom University of Cincinnati College of Medicine verglich für die Studie geklonte Mäuse mit einer natürlich gezeugten Mäusegruppe und so genannten IVEM-Tieren. Bei dieser Gruppe wurden die Eizellen auf natürlichem Weg befruchtet, die Embryonen wurden dann aber wie die Klone in einer Nährlösung aufbewahrt und der "Ersatzmutter" eingepflanzt. Ab einem Alter von rund acht Wochen entwickelten die Klone und IVEM-Mäuse ein deutlich höheres Körpergewicht als die Vergleichstiere. "Dies könnte bedeuten, dass einige Faktoren in Verbindung mit der Manipulation der Kulturzellen diesen Effekt verursachen", erklärte Sakai.

In einem Kommentar schreiben Wissenschaftler, dass es fraglich ist, ob es irgendeinen völlig gesunden Klon gibt. Anormale Entwicklungen in den erzeugten Tieren legten nahe, dass die bestehenden Methoden des Nukleus-Transfers für den Klonvorgang fehleranfällig seien. Bei der Klonierung wird das Erbgut einer Körperzelle in eine entkernte Eizelle transferiert. Damit eine Embryonalentwicklung möglich ist, müssen die dafür nötigen Gene aktiviert werden, was bedeutet, dass die DNA erneut programmiert werden muss. Mitunter ist dieser Vorgang für die hohe Fehlerquelle beim Klonvorgang verantwortlich. "Bis dato ist das Verfahren medizinisch und genetisch nicht sicher". Von einer verfrühten Anwendung der Technologie beim Menschen sei daher abzusehen, meinte Sakai.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/nm

Weitere Berichte zu: Eizelle Klon Mäuse Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer
22.08.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Virus mit Eierschale
22.08.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie