Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Imker kommen auf die Hummel

16.03.2007
Rund 40 Imker lassen sich am kommenden Samstag, 17.3., an der Universität Bonn in die Geheimnisse der Hummelzucht einweihen. Grund ist unter anderem der Druck der Supermarktkunden, die immer früher im Jahr Saisonfrüchte wie Erdbeeren kaufen möchten. Als Folge züchten viele Obst- und Gemüsebauern ihre Produkte vermehrt in Gewächshäusern oder Folientunneln. In dieser künstlichen Umgebung sind Hummeln als Bestäuber bestens geeignet.

Viele Imker verdienen sich ihren Lebensunterhalt nicht nur durch Produktion von Honig. Sie "verleihen" auch ihre Völker an Landwirte, die so eine Bestäubung ihrer Pflanzen sicher stellen. Das ist wichtig, weil sich erst nach der Bestäubung die Früchte bilden, die später über die Supermarkttheke wandern.

"Aufgrund veränderter Kundenwünsche produzieren viele Obst- und Gemüsebauern inzwischen aber nicht mehr im Freiland, sondern in Gewächshäusern oder Folientunneln", erklärt Professor Dr. Dieter Wittmann vom Fachbereich Ökologie der Kulturlandschaft der Uni Bonn. "Auch die Klimaänderung trägt dazu ihr Schärflein bei, da nach Wärmephasen wie momentan unverhoffte Frostperioden drohen, die Knospen und Jungtriebe schädigen können."

Honigbienen haben in der künstlichen Umgebung Probleme mit der Orientierung: "Viele finden nicht in ihren Stock zurück, sondern irren durch den Folientunnel, bis sie verenden", erklärt Wittmanns Mitarbeiter Andreé Hamm. So können ganze Völker binnen kurzer Zeit erheblichen Schaden nehmen. Hummeln finden sich dagegen unter Glas oder Folie besser zurecht. Auch Verluste sind besser zu verkraften, da die Völker im Gegensatz zu Bienen auch in freier Wildbahn nur ein Jahr überdauern: Im Winter sterben alle Tiere bis auf die Königinnen.

... mehr zu:
»Bestäubung »Gemüsebauer »Imker »Landwirt

Daher setzen viele Landwirte inzwischen Zuchthummeln aus Holland oder Belgien ein. "Dabei handelt es sich aber nicht um regionale Rassen, sondern gewissermaßen um einen Europa-Mix", betont Wittmann. "Damit droht eine Verfälschung der Artenvielfalt, die aus ökologischer Sicht nicht zu begrüßen ist." Viele Imker haben inzwischen großes Interesse, ihre eigenen regionalen Hummelvölker zu züchten. "Und diesen Bedarf möchten wir mit unserem Angebot decken, indem wir das entsprechende Know-how vermitteln."

Kontakt:
Professor Dr. Dieter Wittmann und Annika Schlesinger
Institut für Landwirtschaftliche Bienenkunde der Universität Bonn
Telefon: 0228/910190
E-Mail: wittmann@uni-bonn.de oder annika.schlesinger@web.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Bestäubung Gemüsebauer Imker Landwirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise