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Forscher wollen Bakterien-Proteine auf einen Chip bringen

27.02.2002


Staphylokokken besiedeln die Oberfläche eines Polymers. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme: Merkert


Im Kampf gegen krankheitserregende Bakterien haben sich Wissenschaftler von den Universitäten Würzburg und Greifswald zusammengeschlossen. Unter anderem wollen die Forscher einen "Protein-Pathochip" entwickeln, der die Staphylokokken-Diagnostik in Kliniken wesentlich erleichtern soll.


Staphylokokken sind laut Prof. Dr. Jörg Hacker und Dr. Wilma Ziebuhr von der Uni Würzburg gegenwärtig die häufigsten Problemkeime in Krankenhäusern. Sie lösen Wundinfektionen, Lungenentzündungen und schwere Allgemeininfektionen, aber auch Lebensmittelvergiftungen aus.

Viele Staphylokokkenstämme sind gegen die meisten gebräuchlichen Antibiotika unempfindlich geworden. Darum erforscht die Arbeitsgruppe "Gram-positive Kokken" am Würzburger Institut für Molekulare Infektionsbiologie die Lebensweise dieser Erreger mit dem Ziel, neue therapeutische Ansätze gegen Staphylokokken zu entwickeln.


Staphylokokken tragen auf ihrer Oberfläche zahlreiche Eiweiße, die potenzielle Angriffspunkte für neue Antibiotika und Impfstoffe darstellen. Bisher können diese so genannten Zellwand-assoziierten Proteine aber nur schwer oder unzureichend für Untersuchungen zugänglich gemacht werden.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Uni Greifswald will die Würzburger Arbeitsgruppe jetzt Methoden entwickeln, mit denen die Oberflächenstrukturen von Staphylococcus aureus vollständig zu erfassen sind. Das Projekt läuft im Rahmen des Kompetenznetzwerks "Proteomik pathogener Bakterien", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Die Wissenschaftler wollen einerseits Angriffspunkte für Medikamente oder Impfstoffe identifizieren. Ein längerfristiges Ziel ist die Entwicklung eines "Protein-Pathochips": Auf einem speziellen Trägermaterial von nur wenigen Quadratzentimetern Fläche sollen in einem regelmäßigen geometrischen Muster charakteristische Staphylokokken-Eiweiße oder Antikörper aufgebracht werden. Mit Fluoreszenztechniken und einer computergestützten Auswertung wäre es dann möglich, in nur einem Arbeitsgang verschiedene Staphylokokken-Produkte oder Antikörper beispielsweise aus infizierten Patienten nachzuweisen. Das könnte wesentlich zur Verbesserung der Staphylokokken-Diagnostik und damit zu einer gezielteren Bekämpfung dieser Erreger beitragen.

Weitere Informationen: Dr. Wilma Ziebuhr, T (0931) 31-2154, Fax (0931) 31-2578, E-Mail:
w.ziebuhr@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

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