Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fluoreszierende Proteine erhellen neue Bereiche in der Biotechnologie

12.03.2007
Jülicher Forscher bringen Licht ins Dunkel

Jülicher Forscher haben eine neue Gruppe von fluoreszierenden Proteinen entwickelt, die keinen Sauerstoff benötigen, um zu leuchten. Damit lassen sich nun auch viele biotechnologisch wichtige Bakterien untersuchen, die nur unter sauerstofffreien Bedingungen leben. Das berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Biotechnology.

Die neuen Leucht-Proteine können als sogenannte Reporter-Proteine eingesetzt werden, die von großer Bedeutung für die biotechnologische und medizinische Forschung sind: sie können dazu verwendet werden, nun auch komplexe biologische Vorgänge in lebenden Zellen, Geweben oder Organismen in Abwesenheit von Sauerstoff direkt sichtbar zu machen.

Dies ist von besonderer Bedeutung, da die bislang eingesetzten Reporter-Proteine wie das weit verbreitete „Grün Fluoreszierende Protein“ aus einer Qualle einen entscheidenden Nachteil aufweisen: Sie benötigen Sauerstoff, um zu fluoreszieren. Viele wichtige mikrobiologische Prozesse finden jedoch nur in Abwesenheit von Sauerstoff statt.

„Wir konnten eine völlig neue Gruppe von fluoreszierenden Reporter-Proteinen entwickeln, die sowohl mit als auch ohne Sauerstoff leuchten“, erklärt Prof. Karl-Erich Jaeger vom Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET) der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf am Forschungszentrum Jülich. "Die photochemischen Eigenschaften unserer Proteine haben wir in Kooperation mit unseren Kollegen vom Max-Planck-Institut in Mülheim an der Ruhr und der Universität Padua in Italien charakterisiert", so Jaeger. „Durch gentechnische Verfahren konnten wir zudem die Leuchtkraft unserer neuen Reporter-Proteine drastisch erhöhen“ erläutert Dr. Thomas Drepper, Leiter der Arbeitsgruppe „Biotechnologie mit photosynthetischen Bakterien“ am IMET.

Die neuen Fluoreszenzreporter werden in Zukunft dabei helfen, neue biotechnologische und biomedizinische Prozesse zu verstehen und zu entwickeln, an denen anaerobe Bakterien beteiligt sind. Solche Mikroorganismen, die ausschließlich in Abwesenheit von Sauerstoff leben, sind freilebend oder in komplexen bakteriellen Lebensgemeinschaften, den sogenannten Biofilmen, anzutreffen. Sie spielen eine zentrale Rolle bei so unterschiedlichen Vorgängen wie der Abwasserreinigung in biologischen Kläranlagen, bei biotechnologischen Fermentationsprozessen oder bei der Entstehung und Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Einige Vertreter dieser Bakteriengruppe werden neuerdings erforscht, um mit ihnen neue Anti-Krebs-Therapien zu etablieren. Auch hier können die Jülicher Fluoreszenzproteine helfen, noch offene Fragen zu beantworten.

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/portal/
http://www.iet.uni-duesseldorf.de/
http://www.nature.com/nbt/index.html

Weitere Berichte zu: Bakterium Fluoreszierend Protein Reporter-Proteine Sauerstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an
28.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive