Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wespenspinnen verpassen ihrer Partnerin Keuschheitsgürtel

06.03.2007
Genitalverstümmlung sichert eigenen Nachwuchs

Um ihre Vaterschaft zu sichern, legen männliche Wespenspinnen ihren Partnerinnen bei der Begattung eine Art Keuschheitsgürtel an.

Darüber berichten Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Hamburg in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Behavioral Ecology" http://beheco.oxfordjournals.org/ . Für die Männchen ist das allerdings sehr schmerzhaft. Denn während der Begattung bricht die Spitze ihres Genitals ab. Damit verstopfen sie die Geschlechtsöffnung ihrer Partnerin. Das Weibchen beendet das kurze tete-a-tete brutal: Es attackiert ihren Liebhaber und tötet ihn, falls er nicht rechtzeitig flieht.

Entdeckt ein Männchen die Partnerin seiner Wahl, bringt er sie zunächst in Stimmung, indem er an ihrem Netz rüttelt. Das Weibchen stützt sich daraufhin hochbeinig vom Netz ab, so dass der sehr viel kleinere Spinnenmann unter ihren Körper kriechen kann. Ein mit Spermien gefüllter Taster des Männchens klappt aus und rastet in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein - ähnlich wie ein Skischuh in eine Windung.

Insgesamt dauert die Begattung meist nicht länger als 16 Sekunden - für die Männchen trotzdem lang genug, um alle Eier der Spinnendame zu befruchten. Kommt danach allerdings noch ein Konkurrent zum Zuge, konkurrieren seine Damen mit dem unerwünschten Nebenbuhler. Um das zu verhindern, schreckt der Spinnenmann auch vor Selbstverstümmelung nicht zurück. "Wenn sich das Männchen vom Weibchen löst bricht in mehr als 80 Prozent der Fälle die Spitze seines Genitals ab", sagt Gabriele Uhl von der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de/ im pressetext-Interview. "Die Spitze sitzt dann wie ein Korken auf der Geschlechtsöffnung und verstopft sie."

Die Folge: Paarte sich das Weibchen mit einem weiteren Männchen, reduzierte sich die Dauer des Geschlechtsverkehrs um die Hälfte. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Blockade die Paarung zumindest erschwert", sagt Stefan Nessler von der Universität Bonn. "Nach ersten morphologischen Untersuchungen verschließt die abgebrochene Spitze die Öffnung zudem so sicher, dass ein Samentransport ausgeschlossen sein dürfte." Die Forscher untersuchen nun, warum die Spinnendame ihr Partner nach dem Geschlechtsverkehr tötet. "Möglicherweise dient der Männchenmord der Nahrungssicherung", sagt Uhl.

Christoph Marty | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://beheco.oxfordjournals.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Dinner in the Dark – ein delikates Wechselspiel der Mikroorganismen
24.11.2017 | Universität Wien

nachricht Wenn Blutsauger die Nase voll haben
24.11.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher verwandeln Diamant in Graphit

24.11.2017 | Physik Astronomie

Dinner in the Dark – ein delikates Wechselspiel der Mikroorganismen

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

24.11.2017 | Physik Astronomie