Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Geheimnis des Riesenwuchses auf der Spur

01.03.2007
Ein ausgewachsener Afrikanischer Elefantenbulle bringt es auf sieben Tonnen Gewicht. Sauropoden, Tiere einer Dinosauriergruppe des Erdmittelalters, waren da ein etwas anderes Kaliber. Bis über 50 Tonnen hätten sie wohl auf eine Waage gebracht.

Und bis zu 40 Meter maßen sie von Kopf bis Schwanzspitze. Eine nationale Forschergruppe will nun ergründen, warum es in der Evolution zu diesem Riesenwuchs kam. Was war daran ein Vorteil? Prof. Dr. Andreas Christian, Biologe an der Universität Flensburg, gehört dieser Gruppe an, er geht den biomechanischen Fragen nach.

In der späten Trias, der Jura und Kreidezeit, in einem Zeitraum von vor etwa 210 Millionen bis etwa 65 Millionen Jahren, lebten diese Saurier auf der Erde. Namen wie Titanosaurus lassen es erahnen - sie waren die größten und längsten Landbewohner in der Geschichte der Erde. Aber warum? Warum wurde der Riesenwuchs zu so einem evolutionären Erfolg über Millionen von Jahren? Eine nationale Forschergruppe, bestehend aus Biologen, Paläontologen und Geologen, will das Wissen über die Sauropoden zusammentragen und eine Komplettanalyse erstellen. Der Titel der Untersuchung lautet: Biologie der Sauropoden: die Evolution des Gigantismus. Prof. Dr. Andreas Christian von der Universität Flensburg ist Mitglied dieser mehr als 20-köpfigen Gruppe, er erläutert um welche Fragen es im Projekt geht: "Uns interessiert die gesamte Biologie der Sauropoden. Wie zum Beispiel waren die Knochen der Tiere aufgebaut, welche Eigenschaften hatten diese? Wie funktionierte das Herz-Kreislaufsystem, wie das Verdauungssystem und welche Fress-Strategie hatten sie? Was änderte sich im Laufe der Zeit am Bauplan und warum tat es das?"

Andreas Christian untersucht mit seinen Doktoranden Jan Thomas Möller, Sebastian Ziehm und seiner Frau Gundula Christian die Ernährungsstrategie. Sie gehen der Frage nach, in welcher Art und Weise die Sauropoden an ihre Nahrung kamen. Dabei bauen die Flensburger Wissenschaftler auf ein abgeschlossenes Projekt auf, in dem sie die Stellung und Beweglichkeit von Sauropodenhälsen untersuchten. "Die Tiere waren Pflanzenfresser", sagt Andreas Christian. "Ernährten sie sich etwa von Blättern und standen die Bäume weit auseinander, machte es Sinn, den ganzen Baum von oben nach unten zu beweiden. Standen die Bäume dicht, war es sinnvoller, nur auf einer Höhe die Blätter zu fressen. Das spart Energie." Das Fressverhalten hat Einfluss auf den Aufbau des Organismus. Und da man den Tieren beim Fressen nicht mehr zuschauen kann, versuchen die Flensburger Wissenschaftler aufgrund der vorliegenden Anatomie mittels Computerberechnungen die sinnvollste weil energetisch günstigste Strategie der Nahrungsaufnahme zu simulieren. Dabei helfen auch vergleichende Studien an heute lebenden Straußen, Kamelen und Giraffen.

... mehr zu:
»Biologe »Biologie »DFG »Riesenwuchs »Sauropoden

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Es wird von der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, mit zwei Millionen Euro gefördert, das Forschungsvorhaben von Prof. Dr. Andreas Christian wird anteilig mit etwa 100.000 Euro von der DFG unterstützt.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Christian, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität Flensburg, Tel: 0461 805 2313 (zusätzlich unter 2321), E-Mail: christian@uni-flensburg.de

Dr. Helge Möller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de

Weitere Berichte zu: Biologe Biologie DFG Riesenwuchs Sauropoden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kontinentalrand mit Leckage
27.03.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neuen molekularen Botenstoff bei Lebererkrankungen entdeckt
27.03.2017 | Universitätsmedizin Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE