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Afrikanisches Bier enthält Schlüssel gegen Krebs

21.02.2002


Sequenziertes Spalthefe-Genom bietet Rückschlüsse auf konservierte Gene

Wissenschaftler haben nach der Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) auch das Genom der Spalthefe (Schizosaccharomyces pombe) sequenziert. Nun erwarten sie sich Aufschluss über essentielle Gene der Hefe, wollen aber auch durch Vergleiche des Hefegenoms mit anderen eukaryotischen Genomen konservierte Funktionen feststellen. Der nächste Schritt betrifft die Identifizierung aller Proteine und deren Interaktion in der Hefe. Damit sollen Prozesse in menschlichen Krebszellen besser verstanden werden. Dies berichtet "Nature" in seiner aktuellen Online-Ausgabe.

Die Bäckerhefe gilt seit langem als das Paradebeispiel für Eukaryoten in der Genetik. Ihr Genom wurde schon 1997 entschlüsselt. Die Spalthefe und die Bäckerhefe sind jedoch weit entfernte Verwandte und haben unterschiedliche Methoden entwickelt, um wesentliche Zellfunktionen zu bewerkstelligen. "Mit nur einem Hefegenom bekommt man nicht die ganze Geschichte", meint Paul Russel vom Scripps Research Institute in La Jolla, California. Durch den Vergleich beider Genome ist ein Rückschluss auf die essentiellen Gene einer Hefe möglich. Paul Nurse, Direktor der Imperial Cancer Research Fund in London, hat das Genom der Spalthefe mit fünf schon sequenzierten Eukaryotengenomen verglichen – Bäckerhefe, dem Nematodenwurm (Caenorhabditis elegans), der Fruchtfliege (Drosophila), dem Senfgras (Arabidopsis thaliana) und dem menschlichen Genom – um Gemeinsamkeiten zu finden. Ein Satz von 60 Genen wurde identifiziert, der für die Organisation und Teilung in Eukaryotenzellen wichtig ist. Nurse sagt: "Viele Prozesse in der Zellteilung der Spalthefe sind menschlichen Krebszellen sehr ähnlich. Dieser kleine Organismus kann uns helfen, Krebs und andere Krankheiten besser zu verstehen."

Die Spalthefe wurde 1893 von dem Schweizer Forscher Lindner erstmal beschrieben. Lindner isolierte die Hefezellen aus dem ostafrikanischen "millet beer", und benannte sie nach dem Swahili-Wort für Bier, Pombe. Mehr Informationen in der Zeitschrift "Nature" (415, S. 871-880): "The genome sequenze of Schizosaccharomyces Pombe"

Ulrike Unterberger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/nsu/020218/020218-13.html .
http://www.scripps.edu
http://www.imperialcancer.co.uk

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