Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erdnussförmige Nanogebilde

22.02.2007
Anisotrope Palladiumsulfid-Cobaltsulfid-Palladiumsulfid-Nanopartikel

Winzige Eicheln, die paarweise zu Mini-Erdnüssen verschmelzen - japanischen Forscher ist es gelungen, erdnussförmige Nanopartikel herzustellen, die aus zwei verschiedenen schwefelhaltigen Substanzen zusammengesetzt sind: Die beiden Enden der "Erdnüsse" bestehen aus Palladiumsulfid, die Mitte aus Cobaltsulfid, wie die Wissenschaftler um Toshiharu Teranishi in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten.

Anders als bei "normalgroßen" Körnchen entscheiden bei anorganischen Partikeln im Nanomaßstab strukturelle Charakteristika, wie Form und Größe, ganz maßgeblich über die physikalischen und chemischen Eigenschaften dieser winzigen Gebilde. Entsprechend hoch ist das Interesse an Verfahren, mit denen solche Partikel kontrolliert hergestellt werden können.

Besonders interessant wird es, wenn Nanopartikel aus zwei verschiedenen Substanzen bestehen sollen, etwa um zwei verschiedene Funktionalitäten, z.B. Lumineszenz und Magnetismus, in einem Körnchen zu vereinen. Bisherige Synthesewege ergaben entweder ein zufälliges, ungeordnetes Gemisch oder definierte Kern-Schale-Strukturen, bei denen die eine Substanz gleichmäßig auf Kerne aus der anderen Substanz aufwächst. Vor wenigen Jahren gelang es einem Team um Teranishi dann aber, Partikel mit einer ungleichmäßigen Verteilung zweier Substanzen, Palladiumsulfid und Cobaltsulfid, zu synthetisieren. Winzige, nur wenige Nanometer messende Körnchen aus nichtkristallinem Palladiumsulfid dienen dabei als Kristallisationskeime für kristallines Cobaltsulfid. Haben sich erst einmal einige Cobaltsulfid-Teilchen auf dem Keim niedergeschlagen, ist dies die bevorzugte Stelle für weiteres Kristallwachstum, der Cobaltsulfid-Kristall wächst dadurch seitlich auf das Palladiumsulfid-Körnchen auf. Dabei entstehen eichelförmige Gebilde, deren eines Ende aus Palladium- und deren anderes Ende aus Cobaltsulfid besteht.

Nun geht das japanische Team noch einen Schritt weiter: Werden die Bedingungen richtig gewählt, lassen sich diese winzigen "Eicheln" dazu bringen, paarweise zu aggregieren. Dabei wachsen die kristallinen Cobaltsulfid-Seiten der Eicheln regelrecht zusammen zu einem durchgängigen Kristallgitter. Es entstehen längliche, taillierte Partikel, deren Form an eine Erdnuss erinnert.

Angewandte Chemie: Presseinfo 08/2007

Autor: Toshiharu Teranishi, University of Tsukuba (Japan), http://www.chem.tsukuba.ac.jp/teranisi/member-e.html

Angewandte Chemie 2007, 119, No. 10, 1743-1745, doi: 10.1002/ange.200603865

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://presse.angewandte.de
http://www.chem.tsukuba.ac.jp/teranisi/member-e.html

Weitere Berichte zu: Cobaltsulfid Palladiumsulfid Partikel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie