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Ratte nach Querschnittlähmung teilweise genesen

20.02.2002



Wissenschaftler des niederländischen Instituts für Gehirnforschung (NIH) haben eine experimentelle Therapie entwickelt, die Ratten mit einer Querschnittlähmung teilweise von ihrer Lähmung befreit. Bis jetzt war Genesung, wie klein auch, nicht möglich. Die niederländische Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) finanzierte die Amsterdamer Untersuchung, mit der Bas Blits am 26. Februar promovieren zu hofft.

Die Methode verwendet eine Kombination aus Transplantation und Gentherapie. Bei der Transplantation implantieren die Forscher Nervenzellen, die außerhalb des Körpers gezüchtet wurden. Die Zellen stammen aus den Nerven der Zwischenrippe, wo sie entbehrt werden können. Nach der Transplantation muss Gentherapie das Wachstum und die Genesung der beschädigten Nervenzellen weiter stimulieren. Dies erfolgt mit wachstumsfördernden Stoffen. Diese neurotrophen Faktoren sind von Natur aus zum Beispiel bei der Genesung der Nerven nach einem tiefen Schnitt im Finger vorhanden. Sie sind normalerweise ungenügend vorhanden im Rückenmark.
In den nächsten Jahren werden die Forscher versuchen, ihre Therapie zu verbessern. Doktorand Blits setzt seine Untersuchung mit Unterstützung der NWO an der Universität von Miami (USA) fort. Dort wird er unter anderem versuchen, Stammzellen anstatt Nervenzellen aus der Zwischenrippe zu implantieren.


Die Forscher versuchten bei Ratten drei Arten von Rückenmarkbeschädigungen zu genesen. Die erste, die dorsale, partielle Hemisektion ist bei Menschen vergleichbar mit einem Messerstich im Rücken. Die zwei wichtigsten Nervenbahnen für freiwillige Bewegung sind durchschnitten. Beim Menschen führt diese Querschnittlähmung zu einem teilweise gelähmten Unterkörper. Bei der Ratte zu teilweise gelähmten Hinterbeinen. Nach der Therapie lief die Ratte besser. Es stellte sich heraus, dass eine der beiden Nervenbahnen langsam genas.
Die zweite Querschnittlähmung, die die Forscher betrachteten, war die komplette Transektion in Höhe der achten Wirbel. Das Rückenmark ist ganz durchschnitten, vergleichbar mit einer Querschnittlähmung nach einem schweren Messerstich in der Nähe der Rippen. Dies resultiert in der Lähmung des Unterkörpers, oder bei der Ratte des Hinterkörpers. Die Ratte bewegte nach der Therapie ihre Hinterbeine ein wenig. Die Forscher suchen noch nach einer Erklärung, weil sich bei anatomischen Untersuchungen herausstellte, dass die Querschnittlähmung nicht genesen war.
Die dritte Beschädigung ist die ventrale Wurzelavulsion, offiziell keine Querschnittlähmung. Dabei ist der austretende Nerv des Rückenmarks ausgerissen, zum Beispiel infolge eines ernsthaften Motorradunfalls. Diese Beschädigung führt oft zum Absterben der angegriffenen Motorneuronen. Dies sind große Nervenzellen, die für die Bewegung sorgen. Nach Verabreichung der wachstumsfördernden Stoffe stellte sich heraus, dass die Motorneuronen nicht starben, aber auch nicht erneut wuchsen und genasen.

Nähere Informationen beim Doktoranden Ing. Bas Blits (Niederländisches Institut für Gehirnforschung der Königlichen Niederländischen Akademie für Wissenschaften, Abteilung Neuroregeneration, ab März bei ’The Miami project to cure paralysis’ an der Universität von Miami in den USA tätig), Tel. +31 (0)20 5665512 (direkt) oder 5665500 (allgemein), Fax +31 (0)20 6961006, E-Mail: b.blits@nih.knaw.nl Promotion am 26. Februar, Vrije Universiteit, Promotoren Prof. Dr. Joost Verhaagen (Niederländisches Institut für Gehirnforschung/Vrije Universiteit) und Prof. Dr. Dick F. Swaab (Niederländisches Institut für Gehirnforschung/Universität Amsterdam)

Msc Michel Philippens | idw

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