Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs: Genaktivierung lässt Tumore schrumpfen

25.01.2007
Unterdrückung von p53 für Tumorwachstum entscheidend

Die erneute Aktivierung eines Gens ermöglicht einen neuen wirksamen Behandlungsansatz gegen Krebs. Es wird allgemein angenommen, dass viele Arten von Krebs aus einem Defekt des Gens p53 resultieren. Wissenschaftler des Cold Spring Harbor Laboratory und des Massachusetts Institute of Technology haben das Gen jetzt im Labor reaktiviert. Es gelang ihnen nachzuweisen, dass dieses Verfahren bei verschiedenen Krebsformen zu einem Schrumpfen der Tumore führen kann. Die in Nature erschienenen Studien machen Hoffnung auf eine neue Generation von Medikamenten gegen Krebs.

Bei den meisten Krebsarten ist p53 mutiert oder inaktiv. Komponenten des gut erforschten Gens, die seine Funktion wieder herstellen, sind bereits bekannt. Bisher war jedoch laut BBC nicht erforscht, ob dieses Verfahren das Wachstum bei bestehenden Tumoren wieder rückgängig machen würde. In Tierexperimenten wiesen die beiden Wissenschaftlerteams nach, dass auch eine kurze Reaktivierung des Gens die Größe des Tumors drastisch verringert. In manchen Fällen sogar bis zu 100 Prozent. Der Mechanismus hinter der Regression scheint bei den verschiedenen Tumorarten unterschiedlich zu sein. Das MIT-Team wies nach, dass Lymphomzellen dazu gebracht werden, sich selbst abzutöten. Bei Sarkomen altern die Zellen und verlieren ihre Fähigkeit sich zu teilen.

Die Wissenschaftler des Cold Spring Harbor Laboratory wiesen bei einem Lebertumor nach, dass die durch p53 ausgelöste Zellalterung mit einer Reaktion des Immunsystems in Zusammenhang steht. Diese Reaktion führte zu einer Erhöhung der Aktivität bei den Molekülen, die helfen Krebszellen zu entfernen. Die Forscher wissen nicht genau, warum diese beiden Krebsformen auf verschiedene Arten betroffen sind. Sie versuchen jedoch derzeit die anderen Gene zu identifizieren, die jeweils aktiviert werden, wenn p53 reaktiviert wird. Der MIT-Wissenschafter Andrea Ventura betonte, dass die aktuelle Studie den genetischen Beweis dafür liefere, dass die dauernde Unterdrückung eines Tumorsuppressorgens für das Überleben eines Tumors entscheidend ist.

Die Forscher setzten gentechnisch manipulierte Mäuse ein, bei denen p53 deaktiviert war. Zusätzlich bauten sie den Tieren einen genetischen Schalter ein, der nach der Bildung der Tumore die Reaktivierung des Gens erlaubte. Es zeigte sich auch, dass die Reaktivierung von p53 keine schädigenden Auswirkungen auf normale Zellen hat. Die Wissenschaftler hatten befürchtet, dass p53 normale Zellen abtöten könnte, da es in diesen Zellen nie exprimiert worden war.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cshl.edu
http://web.mit.edu
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Gen Genaktivierung Krebsform Reaktivierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise