Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Lücke in der Gruppe der Azide ist geschlossen

22.01.2007
Chemiker der TU Chemnitz stellten eine neue energiereiche und damit hochexplosive Stickstoff-Verbindung her - das Tetraazidomethan

Ohne spezielle Sicherheitsvorkehrungen können Prof. Dr. Klaus Banert, Inhaber der Professur Organische Chemie an der TU Chemnitz, und sein Forschungsteam beim Umgang mit Tetraazidomethan CN12 nicht arbeiten. Diese hochexplosive und deshalb sehr gefährliche Substanz erzeugten die Chemnitzer Chemiker selbst im Labor - wenn auch nur in winzigen Mengen.

Unter seiner Leitung gelang es dem Forscherteam erstmals diese energiereiche organische Verbindung mit einem extrem hohen Stickstoff-Gehalt von 93,3 Prozent, die bisher lediglich durch Rechnungen analysiert worden ist, zu synthetisieren. "Wir schließen nun mit der Herstellung, Isolierung und eindeutigen Charakterisierung von CN12 eine Lücke in der Gruppe der Azide", versichert Prof. Banert. Diese Verbindung eines Kohlenstoffatoms mit vier Azidgruppen kann neuartige Eigenschaften zeigen und als Ausgangsmaterial für neuartige Kohlenstoffnitride dienen.

Das weltweit führende Chemiejournal "Angewandte Chemie" wird in wenigen Tagen in seiner Februar-Ausgabe über "Die spannende Chemie des Tetraazidomethans" berichten. Online kann der Artikel bereits unter http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/113494171/PDFSTART abgerufen werden. "Wenn man bedenkt, dass etwa 70 Prozent der bei dieser Fachzeitschrift eingereichten Manuskripte abgelehnt werden und unsere Publikation sogar als VIP-Mitteilung eingestuft wurde, erzeugen unsere Forschungsergebnisse in der Welt der Chemie sicher ein großes Aufsehen", freut sich Prof. Banert. Fachkollegen aus anderen Universitäten bezeichneten die erfolgreiche Synthese des Tetraazidomethans bereits als "großen Durchbruch".

... mehr zu:
»Azide »CN12 »Chemiker »Tetraazidomethan

Stichwort: Azide

Azide sind Salze der Stickstoffwasserstoffsäure HN3. Azide, insbesondere Schwermetallazide sind instabil und sehr explosiv. Sie werden deshalb beispielsweise als Initialsprengstoff eingesetzt. Blei-Azid wird in kommerziellen Sprengstoffen verwendet. Und Natrium-Azid bläht in Bruchteilen von Sekunden Airbags auf.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Klaus Banert, Telefon (03 71) 5 31 - 31 463, E-Mail klaus.banert@chemie.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/113494171/PDFSTART

Weitere Berichte zu: Azide CN12 Chemiker Tetraazidomethan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen
16.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Geographie verrät das Alter von Viren
16.08.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie