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Diabetes-2-Risiko-Gen entdeckt

10.01.2007
Internationale Studie bringt ein wenig Licht hinter Fettleibigkeit

Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) haben eine genetische Variante identifiziert, die das Risiko an Typ 2 Diabetes mellitus zu erkranken, erhöht. Das Forscherteam hat dabei Patientengruppen aus Dänemark, West Afrika und Island untersucht und mehrere genetische Varianten des TCF7L2-Gens identifiziert.

Die Variante HapB(T2D) birgt demnach das höchste Risiko, an Typ 2 Diabetes zu erkranken. Menschen mit einer Kopie dieser Variante besitzen ein um rund 45 Prozent erhöhtes Risiko, bei zwei Kopien steigt es sogar um 100 Prozent, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Genetics. Zudem konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Varianten des TCF7L2-Gens und dem Körpergewicht nachweisen.

Das TCF7L2-Gen ist an der Regulation von Hormonen beteiligt, die die Balance zwischen Sättigungsgefühl und Appetit kontrollieren. Je nachdem welche Variante dieses Gens im Erbgut vorhanden ist, hat man eine etwas höhere oder etwas niedrigere genetische Risikoveranlagung, übergewichtig zu werden. Dieser Effekt ist bei Männern stärker als bei Frauen: Männer mit der HapB(T2D)-Variante wiegen durchschnittlich meist etwas weniger in Relation zur Körpergröße, haben also einen geringeren Body Mass Index (BMI). Im Gegensatz dazu besitzen Männer mit der genetischen Variante HapA einen höheren BMI, wiegen also mehr.

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Die HapA-Genvariante erhöht zwar das Risiko für die Entwicklung von Übergewicht, spielt aber bei der Entwicklung des Typ 2 Diabetes nur eine nebensächliche Rolle. Umgekehrt bewirkt die HapB(T2D)-Genvariante, dass die Menschen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße sogar weniger wiegen, allerdings haben sie ein besonders hohes Risiko an Diabetes zu erkranken. "Diese Tatsache hat uns verblüfft. Da ein Typ 2 Diabetes häufig mit Übergewicht einhergeht, hätten wir etwas anderes erwartet," meint Johannes Hebebrand, Koordinator des NGFN-Neuronetzes Adipositas. Gleichzeitig zeige dieses Ergebnis aber, wie komplex diese Krankheit sei. "Es lässt vermuten, dass Menschen mit einer HapB(T2D)-Variante unter einer anderen Form des Typ 2 Diabetes leiden, als diejenigen, die ihn bei Übergewicht entwickeln."

Da sich Übergewicht und Adipositas in den vergangenen Jahrzehnten weltweit epidemisch ausgebreitet haben, sind die Forscher daran interessiert, die genetischen Ursachen dieses Gesundheitsproblems zu erkunden. Früher wurde Typ 2 Diabetes als Altersdiabetes bezeichnet. Heutzutage leiden allerdings vermehrt auch jüngere Menschen an dieser Stoffwechselstörung, bei der der Körper zunächst zwar ausreichend Insulin bildet, dieses aber nicht richtig an den Zielzellen wirken kann. Die Folge ist, dass sich die Zellen nicht öffnen, um Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse immer weniger Insulin, so dass sich der Krankheitszustand noch verschlimmert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ngfn.de

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