Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung an der Hochschule Esslingen - Hoffnung auf ein neues Antibiotikum

14.12.2006
Viele Problemkeime sind inzwischen resistent gegen bekannte Antibiotika. Deshalb benötigt die Medizin dringend neue Mittel, die auch mit Problemkeimen fertig werden. Biotechnologen der Hochschule Esslingen arbeiten daran mit, ein neues bakterielles Antibiotikum zur Produktionsreife zu bringen.

Vor allem in Krankenhäusern sind multiresistente Bakterien zunehmend ein Problem. Deshalb wird intensiv nach neuen Antibiotika geforscht, die gefährliche Erreger wirksam bekämpfen. Besonders vielversprechend ist ein Antibiotikum namens Friulimicin, das aus dem Bakterienstamm Actinoplanes friuliensis gewonnen wird. Bereits seit einigen Jahren erforscht Prof. Dr. Dirk Schwartz die Biosynthese dieser Substanz, die das Potenzial zur Entwicklung eines Notfall-Antibiotikums besitzt.

"Friulimicin wurde im Rahmen eines Screening-Programmes der ehemaligen Hoechst AG entdeckt, die es ursprünglich auch selbst biotechnologisch produzieren wollte. Im Rahmen der Fusion mit Rhône-Poulenc wurden diese Pläne jedoch nicht weiter verfolgt, auch nicht vom Nachfolge-Konzern Aventis. Der jetzige Industriepartner, die Combinature Biopharm AG aus Berlin, hat dann von Aventis das Substanzpatent erworben", fasst Schwartz die historische Entwicklung kurz zusammen. Die Combinature Biopharm AG war dann auch im vorangegangenen BMBF-Projekt der Industriepartner, mit dem Schwartz zusammenarbeitete. Dabei konnten wichtige Biosyntheseschritte und genetische Regulationsmechanismen der Friulimicin-Produktion aufgeklärt werden.

Diese Untersuchungen bilden die Basis für das neue BMBF-Projekt, zu dem Schwartz und sein Kollege Prof. Dr. Richard Biener von der Hochschule Esslingen vor kurzem die Förderzusage erhielten. Das bisherige und neu zu gewinnendes Biosynthese-Wissen soll dazu genutzt werden, die Biotech-Produktion von Friulimicin zu optimieren. Es sollen verbesserte Bakterienstämme kultiviert werden, die eine maximale Antibiotika-Ausbeute ermöglichen. Diese Arbeiten werden vom BMBF drei Jahre lang gefördert

... mehr zu:
»Antibiotikum »Friulimicin

Die Hochschule Esslingen bietet beste Voraussetzungen, um die Ziele des Forschungsprojekts zu erreichen. Während Schwartz als Molekularbiologe und Actinoplanes-Kenner sein umfassendes Biosynthese-Wissen einbringt, steuert Biener seine Erfahrung als Bioverfahrenstechniker und das Produktions-Know-how bei, ohne das eine optimierte Herstellung in einem Bioreaktor nicht möglich wäre. Beide Forscher gehen mit vereinten Kräften und mit Unterstützung von Nachwuchsforschern zunächst daran, die Stoff-Flüsse und Stoffwechselwege in den Actinoplanes-Bakterien zu erforschen.

© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-esslingen.de

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Friulimicin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten