Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neukaledonien: Sensationen am Korallenriff

05.02.2002



Insel Lifou beherbergt hunderte bisher unbekannte Wirbellose

Die Korallenriffe des französischen Südsee-Territoriums Neukaledonien beherbergen hunderte bis dato unbekannte Lebewesen. Die Riffe rund um die kleine Insel Lifou wurden in der Expedition Lifou2000 von 35 internationalen Forschern besucht. Die Auswertung der Ergebnisse brachte sensationelle Ergebnisse, berichtet das Pariser "Institut de recherche pour le developpement". Auf einer Fläche von 5.000 Hektar wurden mehr als 3.000 Spezies an Mollusken gefunden.

Die Wissenschaftler waren an den Hängen der steil abfallenden Insel im Südpazifik mehr als zwei Monate lang unterwegs, um nach Lebewesen zu suchen. Das besondere Interesse galt den Wirbellosen Tieren, die vor 100 Jahren zuletzt wissenschaftlich untersucht wurden. Lifou ist, anders als die Hauptinsel Neukaledoniens, Grande Terre, kein flaches Atoll, sondern eine erhobene Koralleninsel, die über keine Flüsse verfügt. An der Küste fällt die Insel steil in die Tiefsee ab. Die Vielzahl an Spezies, die rund um Lifou gefunden wurden, entspricht der eineinhalb fachen Menge des gesamten drei Mio. Quadratkilometer großen Mittelmeers. Interessantes Faktum am Rande: die meisten der Mollusken rund um die Insel sind selten oder sogar sehr selten. 28 Prozent der Tiere wurden erst einmal gesehen. Von 22 Prozent der Tiere gibt es gerade einmal ein Stück in der wissenschaftlichen Sammlung in Paris.

Einige hundert Spezies sind den Forschern gänzlich unbekannt. Mehr als 120 Taxonomisten, das sind Forscher, die Tiere nach Spezies, Art und Gattung bestimmen, sind mit der Aufarbeitung der Fundstücke beschäftigt. Nach Angaben des französischen Naturhistorischen Museums werden diese Wissenschaftler noch Jahre an der Erforschung der Wirbellosen arbeiten.

Die Resultate von Lifou2000 beweisen eindeutig, dass die Korallenriffe mit ihren heterogenen Lebensformen zu den am wenigsten weit erforschten Lebensräumen zählen. Die Riffe müssen unbedingt weltweit unter Schutz gestellt werden, so die Forscher. Internationale Netzwerke könnten darüber hinaus eine globale Strategie entwickeln, die neben den lokalen Schutzgebieten, die teilweise isoliert von einander arbeiten, auch den weltweiten Schutz der Riffe forciert.

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.ird.fr
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020204026

Weitere Berichte zu: Korallenriff Riff Spezie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise